D. Fr. Dem Inhalte? So hätten Sie entweder weniger gewöhnliche Gegenstände behandeln, oder die behandelten gewöhnlichen von einer gewöhnlichen Seite darstellen sollen! Sie haben der Sache beides, zu wenig und zu viel, gethan. Wer Ihre Predigten verstehen, beurtheilen, schätzen könnte, liest keine Predigten; und wer Predigten liest, versteht die Ihrigen nicht.

D. V. Wenn nicht etwa hier und da ein Prediger.

D. Fr. — Welche Predigten lesen, um entweder sie für die ihrigen zu gebrauchen, oder sich darnach zu bilden. Sie gestehen mir wohl zu, dass derjenige, der der Bildung fähig ist, bessere Muster findet. — Wegen des Gebrauchens — wer Ihre Predigten desselben werth findet, macht bessere; und wer keine besseren macht, hält die Ihrigen für schlecht und völlig unbrauchbar. — Noch habe ich Ihnen geschenkt, dass sich dieselben sehr ungleich sind; gleichsam eine bunte Musterkarte der Veränderung Ihres Systems seit zehn Jahren, oder länger.

D. V. Nach allem also wäre Ihr Rath?

D. Fr. Mein aufrichtiger Rath, dass Sie sie ruhen liessen, wo sie zum Theil schon lange genug geruht zu haben scheinen.

D. V. Sie haben mir die Sache nach Ihrer Art vorgestellt; ich zeige sie Ihnen jetzt nach der meinigen. — Gesetzt nun, ich hätte einen Versuch machen wollen, Darstellungsarten, die bis jetzt nur für die Schule gewöhnlich waren, auf die Kanzel zu bringen; und ich legte diese Versuche darum dem Publicum vor, um zu erfahren, ob es der Mühe lohnte, sie fortzusetzen?

D. Fr. Aber so hätten Sie diesen Versuchen wenigstens die Predigtform nehmen sollen, die doch einmal nicht die einladendste ist; und dann sind noch einige Predigten beibehalten, die diese Entschuldigung nicht für sich haben.

D. V. Und wenn ich nun anderweitige, vielleicht persönliche Gründe gehabt hätte, eben die Predigtform, und eben jene Predigten, auf die Sie zielen, beizubehalten?

D. Fr. Dann müsste freilich das gutwillige Publicum, das etwa noch Predigten kauft, Ihre Ankündigung, dass Sie unter andern auch predigen, mit seinem Gelde bezahlen. — Und wie wollen Sie das, was Sie zu Ihrer Entschuldigung mir jetzt gesagt haben, dem Publicum auf eine schickliche Art sagen?

D. V. Ich darf nur gerade unser Gespräch vordrucken lassen.