Da wo sich das Eisenstübel und der große Kammerstein, welcher den blumigblättrigen Feldspath führt, einander erblicken, liegt das Hammerwerk
Breitenhof
mit einer Handvoll hölzerner Hütten und Häuser in seiner Anspruchlosigkeit. Christoph Müller von Berneck aus Joachimsthal erbaute es mit landesherrlicher Vergünstigung im Jahre 1593, nachdem dessen Vater vorher schon oberhalb Breitenhof am Rothenbach auf einem Kieslager Bergbau getrieben und dabei viel Magneteisenstein getroffen hatte. Dieser Hans von Berneck nennt seinen Grubenbau selbst ein altes Bergwerk und erhielt im Jahr 1569 schon die Erlaubniß zur Erbauung einer Vitriol-, Schwefel- und Zinnschmelzhütte mit dem Vorzuge, daß innerhalb 10 Jahren Niemandem gestattet sein solle, ein ähnliches Hüttenwerk anzulegen; jedoch in der Voraussetzung, daß sich der Besitzer befleißigen solle, sich mehrentheils aus kaiserlicher Waldung zu verholzen.
Diese Anlagen sind theilweise bis zur Gegenwart erhalten, periodisch betrieben und unter dem Namen »Vitriolwerk St. Christoph« bekannt. Wie lebhaft der von Berneck sein Berg- und Hüttenwerk betrieben haben muß, geht aus einer Bittschrift hervor, nach welcher er am 7. Nov. 1594 um die Erlaubniß zur Anlegung einer Mühle bat, »weil er täglich über 100 Personen halten müsse.«
Oberhalb Breitenhof mündet der Ortbach in das Schwarzwasserthal auf der Stelle aus, wo das Dorf
Breitenbrunn
seinen Anfang nimmt. Wie ein Zug Wallfahrer steigen die grauen beschindelten Güterchen und Häuser des sehr verarmten Dorfes von der Sohle des Ortsbaches einen hohen Berg nach dem Forstwalde empor, auf dessen Culmen der Tempel ruht, welchen die aus 1972 Köpfen bestehende Einwohnerschaft für ihren Gottesdienst benutzt und ihre Todten um denselben beerdigt. Wäre es nicht bekannt, daß in frühern Zeiten das Dorf Rittersgrün nach Breitenbrunn eingepfarrt gewesen, so würde es schwer sein, zu errathen, weshalb es die Kirche letztern Orts ihren Küchlein so unbequem gemacht, sich unter ihre Flügel zu sammeln. In ihrer Nachbarschaft erheben sich noch die Trümmer eines ehemaligen Jagdschlosses, umgeben von einem 6 Ellen breiten Wallteichlein, welches aber dermalen für andere Zwecke ausgefüllt ist. Jedenfalls würde es besser gewesen sein, wenn dieser Reservoir für das wasserarme Dorf erhalten worden wäre.
Am 13. März 1604 brannte dieses Jagdhaus ab und 6 Jahre später wurde es wieder auf- und höher gebaut.
Die Jagdherrlichkeiten der Vorzeit sind eben so wie die jagdbaren Thiere selten und dünn geworden, und es werden deshalb schon lange keine Hoflager mehr in der Provinz gehalten.