Nachmittag 4. Ich erwarte Wiel[an]ds Frau und Kinder. Habe heut viel an dich gedacht.
Abends 7. Sie gehn eben von mir weg! — Und nun nichts mehr. — Gott sey Danck ein Tag an dem ich gar nicht gedacht, an dem ich mich blos den sinnligen Eindrücken überlassen habe. Nun Adieu für heut bestens.
d. 30. Es geht mir wie dir Gustgen, ich hab auch was auf dem Herzen, also heraus damit.
[Von Friz hab ich noch keinen Brief]. Der Herzog glaubt noch er komme, und man fragt nach ihm und ich kann nichts sagen. Lieb Gustgen mir ist lieber für Frizzen dass er in ein würckendes Leben kommt, als dass er sich hier in Cammerherrlichkeit abgetrieben hätte. Aber Gustgen — er nimmt im Frühjahr den Antrag des Herzogs an, wird öffentlich erklärt, in allen unsern Etats steht sein Nahme, er bittet sich noch aus den Sommer bey seinen Geschwistern zu seyn, man lässt ihm alles, und nun kommt er nicht. Ich weis auch dass Dinge ein Geheimniss bleiben müssen — Aber — Gustgen ich habe noch was auf dem Herzen das ich nicht sagen kann — — — — Und die, die man so behandelt, ist Carl August Herzog zu Sachsen, und dein Goethe Gustgen. Lass mich das iezt begraben, wir wollen dran wegstreichen. Adieu Engel ich muss den Brief schliessen. Ich mach eine [kleine Reise] sonst kriegst du ihn wieder lang nicht.
G.
[Der fünfzehnte Brief]
Danck Gustgen dass du aus deiner Ruhe mir in die Unruhe des Lebens einen Laut herüber gegeben hast.
Alles geben Götter die unendlichen
Ihren Lieblingen ganz
Alle Freuden die unendlichen