Ich habe selbst eine schöne Sammlung von geistigen Handrissen, besonders in Landschaften, auf meiner Rükreise zusammengebracht, passe doch ein wenig auf, dir geht ia so viel durch die Hände, wenn du so ein Blat findest, woraus die erste schnellste unmittelbarste Aeusserung des Künstlergeistes gedrukt ist, so laß es ia nicht entwischen wenn du’s um leidliches Geld haben kannst. Mir macht’s ein besonders Vergnügen. Deine Offenbahrung findet überall vielen, und den rechten Beifall, wegen des übrigen sei unbesorgt; dein Buch muß sein und bleiben was es ist. Meine Grillen gehören nicht hierher, denn wenn mir auffällt daß durch den Text so wohl als durch deine Arbeit die rasche Gesinnung Petri worüber Malchus ein Ohr verlohr durchgehet, so hat das bei tausend und tausenden nichts zu bedeuten. Ich will auch nicht behaupten daß mein Gefühl das reinste ist, ich kann mich aber nicht überwinden den Inhalt des Buchs für evangelisch zu halten. Jezt da es andre lesen und mir sagen wie es ihnen vorkommt, seh ich erst recht die trefliche Art wie du es behandelt hast und dein poetisches Verdienst bei der Sache ein. Schreib mir doch wer der Rammont in Colmar ist der an Petern noch was zu fordern hat. Ich habe endlich das Geld gekriegt und auf der Frankfurter Messe wird unser Banquier auch die Schuld an Salis berichtigen, obgleich das was er von Thomas Feurern zu fordern hat, das nicht ich sonder Lindaus Erben zu bezahlen haben, zurückbleibt.

Halte künftighin meine Briefe hübsch in Ordnung und laß sie lieber heften wie ich mit den Deinigen auch thun werde, denn die Zeit vergeht, und das wenige was uns übrig bleibt wollen wir durch Ordnung Bestimmtheit und Gewißheit in sich selbst vermehren. Daß du so geplagt bist mit kleinen Geschäften ist nun einmal Schicksal. In der Jugend traut man sich zu daß man den Menschen Palläste bauen könne, und wenn’s um und an kömmt so hat man alle Hände voll zu thun um ihren Mist beiseite bringen zu können. Es gehört immer viel Resignation zu diesem ekeln Geschäft, indessen muß es auch sein.

Steiner ist nicht zu uns gekommen, sondern wie ich höre in Dresden. Ich habe die zwei Carolin an Herdern bezahlt der sie ihm übermachen wird. Grüse Bäben, ich schreib und schike ihr bald. Grüse Frau und Kinder, und was Kayser dir giebt schicke mir bald.

Adieu

G.

Dein Br. vom 26. kommt noch vor Abgang dieses. Verdirb nichts an der Apokalypse. Werke des Gedankens feilt und säubert man nie genug, aber so was verliert wenn du das weg nimmst was Auswuchs scheinen könnte. Ich müßte zu weitläufig werden um etwas bestimmtes zu sagen, ich weis es ia du verstehst mich. Es thut dein Werk den Menschen wohl und zeugt von dir.

Daß du mit meinem Inri nichts gemeines hast versteht sich, ich dachte nicht daß dus lesen würdest. Es sind so viel Stufen, Gruppen, Treppen und Thürgen von deiner Giebelspize bis zu so einem Hauswinkelgen, die du Gott sey Dank nie auch nur aus Neugierde heruntergehen kannst.

Adieu! Adieu!

Der Herzog hat sich die Haare abschneiden lassen, es ist eine ganz neue Dekoration, ich will dir zum Spas die Silhouette schicken.

Des armen schlesischen Schaafs erbarme sich Gott und des Lügenpropheten der Teufel.