G.
22.
Deine Briefe und Beylagen habe ich erhalten. Hier schicke ich dir einige neue treffliche Bogen von Hamann. Ich weiß nicht ob dich die Sache interessirt; auf alle Fälle wirds viel Vergnügen machen.
Deine Albrechts sind nunmehr schön geordnet, Bertuch hat sie aufgetragen und numerirt. Auf der Leipziger Messe hat dir der Herzog noch einige Kupfer von deinen fehlenden gekauft, worunter Marienbilder sind die dir fast ganz abgehen.
Suche du übrigens durch das Treiben Jehu so viel du kannst von dieser Sammlung zusammen zu bringen; wenn du sie auch schon hättest, so schadets nichts, es ist vielleicht ein besserer Abdruck, und auf alle Fälle kann man sie vertauschen. Denn das versichere ich dir, ie mehr man sich damit abgiebt, und beym Handel auf Kopie und Original acht geben muß, desto größere Ehrfurcht kriegt man für diesem Künstler. Er hat nicht seines Gleichen.
Das Manuskript das beiliegt sind einzelne flüchtige Bemerkungen des Statthalters von Dalberg. Schreib doch wenn du Muse hast, deine Gedanken auf den Rand, und schick mirs wieder zurück. Ermuntere ihn und gieb ihm einige Wincke, wo du es nöthig glaubst — er ist sehr für die Phisiognomick passionirt, kommt viel in der Welt herum, und kann, wie mirs vorkommt, auch von seiner Seite dir einigermaßen nüzlich seyn. Er wird das was er bey seinem Umgang mit der Welt zu bemerken glaubt, nach und nach aufzeichnen.
Wenn ich an deiner Statt die lateinische Oration halten müßte, ich gäbe mir nicht die Mühe die du dir giebst; ich machte den Entwurf dazu, lies mir sie machen, und läs sie ab — und hielts gar nicht geheim, denn am Ende ists doch nur ein Talent, und ich sehe nicht ein wie man von mir prätendiren könnte bey einer Feierlichkeit die pedantische Prätension auszuhängen, und auf einem Instrument Solo zu spielen, das ich in zwölf Jahren nicht in die Hand genommen hätte.
Von dem Herzog schick mir Abdrücke so viel du willst, das Kupfer ist nun schon wieder etliche Schritte weiter vom Original in einen ganz fremden Charackter hinein.
Halte doch ja das was du für den Herzog und mich auslegst in Ordnung. Meine Auslagen für dich sind auch aufgeschrieben; Laß uns etwa Johanni abrechnen, und auch so wieder ein neues Hembd anziehen.
Grüse deine Frau und Kinder, und wenn dein Knabe gelegentlich schreibseliger wird, so laß mir ihn manchmal etwas von euerer Haushaltung schreiben, wie’s ihm vor die Feder kömmt.