Breme.
So ist's recht! Wenn im Schlosse die Lichter alle aus sind, wenn es
Mitternacht ist, soll es gleich angehen. Unser Glück ist's, dass der
Hofrat fortgeht. Ich fürchte sehr, er möchte bleiben und uns den
ganzen Spaß verderben.
Albert. Ich fürchte so noch immer, es geht nicht gut ab. Es ist mir schon zum voraus bange, die Glocke zu hören.
Breme. Seid nur ruhig. Habt ihr nicht heute selbst gehört, wie übel es jetzt mit den vornehmen Leuten steht? Habt ihr gehört, was wir der Gräfin alles unters Gesicht gesagt haben?
Martin.
Es war ja aber nur zum Spaß.
Albert.
Es war schon zum Spaße grob genug.
Breme.
Habt ihr gehört, wie ich eure Sache zu verfechten weiß? Wenn's Ernst
gilt, will ich so vor den Kaiser treten. Und was sagt ihr zum Herrn
Magister, hat sich der nicht auch wacker gehalten?
Albert. Sie haben's Euch aber auch brav abgegeben. Ich dachte zuletzt, es würde Schläge setzen; und unsere gnädige Kontess—war's doch, als wenn ihr seliger Herr Vater leibhaftig dastünde.
Breme. Lasst mir das gnädige weg, es wird sich bald nichts mehr zu gnädigen haben. Seht, hier hab' ich die Briefe schon fertig, die schick' ich in die benachbarten Gerichtsdörfer. Sobald's hier losgeht, sollen die auch stürmen und rebellieren und auch ihre Nachbarn auffordern.
Martin.
Das kann was werden.
Breme.
Freilich! Und alsdann Ehre, dem Ehre gebührt! Euch, meine leiben
Kinder. Ihr werdet als die Befreier des Landes angesehn.