Jakob.
Ich weiß nicht, wie mir ist; es treibt mich etwas fort. Ich habe eine
Art von Ahnung.
Friederike.
Du siehst doch sonst nicht Gespenster.
Jakob. Es ist auch nicht Ahnung, es ist Vermutung. Mehrere Bauern sind beim Chirurgus in der Nacht zusammengekommen; sie hatten mich auch eingeladen, ich ging aber nicht hin; ich will keine Händel mit der gräflichen Familie. Und jetzt wollt' ich doch, ich wäre hingegangen, damit ich wüsste, was sie vorhaben.
Friederike.
Nun was wird's sein? Es ist die alte Prozessgeschichte.
Jakob. Nein, nein, es ist mehr! Lassen Sie mir meine Grille; es ist für Sie, es ist für die Ihrigen, dass ich besorgt bin. (Ab.)
Siebenter Auftritt
Friederike, nachher die Gräfin und der Hofrat.
Friederike. Die Büchse ist noch, wie ich sie verlassen habe; die hat mir der Jäger recht gut versorgt. Ja, das ist auch ein Jäger, und über die geht nichts. Ich will sie gleich laden und morgen früh bei guter Tageszeit einen Hirsch schießen. (Sie beschäftigt sich an einem Tische, worauf ein Armleuchter steht, mit Pulverhorn, Lademaß, Pflaster, Kugel, Hammer und lädt die Büchse ganz langsam und methodisch.)
Gräfin. Da hast du schon wieder das Pulverhorn beim Licht; wie leicht kann eine Schnuppe herunterfallen. Sei doch vernünftig, du kannst dich unglücklich machen!
Friedericke. Lassen Sie mich, liebe Mutter, ich bin schon vorsichtig. Wer sich vor dem Pulver fürchtet, muss nicht mit Pulver umgehen.
Gräfin.
Sagen Sie mir, lieber Hofrat, ich habe es recht auf dem Herzen:
Könnten wir nicht einen Schritt tun, wenigstens bis Sie zurückkommen?