Hofmeisterin.
Und wie?
Eugenie.
Du sollst es hören, wie so schön
Aus diesem Übel sich das Glück entwickelt.
Hofmeisterin.
Ach! Aus dem Glück entwickelt oft sich Schmerz.
Eugenie.
Sprich böser Vorbedeutung Wort nicht aus!
Und schrecke mich der Sorge nicht entgegen.
Hofmeisterin.
O möchtest du mir alles gleich vertrauen!
Eugenie.
Von allen Menschen dir zuerst. Nur jetzt,
Geliebte, lass mich mir. Ich muss allein
Ins eigene Gefühl mich finden lernen.
Du weißt, wie hoch mein Vater sich erfreut,
Wenn unerwartet ihm ein klein Gedicht
Entgegenkommt, wie mir's der Muse Gunst
Bei manchem Anlass willig schenken mag.
Verlass mich! Eben schwebt mir's heiter vor,
Ich muss es haschen, sonst entschwindet's mir.
Hofmeisterin.
Wann soll wie sonst vertrauter Stunden Reihe
Mit reichlichen Gesprächen uns erquicken?
Wann öffnen wir, zufriednen Mädchen gleich,
Die ihren Schmuck einander wiederholt
Zu zeigen kaum ermüden, unsres Herzens
Geheimste Fächer, uns bequem und herzlich
Des wechselseit'gen Reichtums zu erfreuen?
Eugenie.
Auch jene Stunden werden wieder kehren,
Von deren stillem Glück man mit Vertrauen,
Sich des Vertrauns erinnernd, gerne spricht.
Doch heute lass in voller Einsamkeit
Mich das Bedürfnis jener Tage finden.
Vierter Auftritt
Eugenie, nachher Hofmeisterin außen.
Eugenie (eine Brieftasche hervorziehend).
Und nun geschwind zum Pergament, zum Griffel!
Ich hab' es ganz und eilig fass' ich's auf,
Was ich dem Könige zu jener Feier,
Bei der ich, neu geboren durch sein Wort,
Ins Leben trete, herzlich widmen soll.