Hofmeisterin.
Große Gaben scheint
Er dir zu schicken.
Eugenie.
Warte!
Hofmeisterin.
Hörst du?
Eugenie.
Warte!
Doch wo verberg' ich dieses Blatt? Zu klar
Spricht's jene Hoffnung aus, die mich beglückt.
Hier ist nichts zum Verschließen! Und bei mir
Ist's nirgend sicher, diese Tasche kaum;
Denn meine Leute sind nicht alle treu.
Gar manches hat man schon mir, als ich schlief,
Durchblättert und entwendet. Das Geheimnis,
Das größte, das ich je gehegt, wohin,
Wohin verberg' ich's?
(Indem sie sich der Seitenwand nähert.)
Wohl! Hier war es ja,
Wo du, geheimer Wandschrank, meiner Kindheit
Unschuldige Geheimnisse verbargst!
Du, den mir kindisch allausspähende,
Von Neugier und von Müßiggang erzeugte,
Rastlose Tätigkeit entdecken half,
Du, jedem ein Geheimnis, öffne dich!
(Sie drückt an einer unbemerkbaren Feder, und eine kleine Türe springt auf.)
So wie ich sonst verbotnes Zuckerwerk
Zu listigem Genuss in dir versteckte,
Vertrau' ich heute meines Lebens Glück
Entzückt und sorglich dir auf kurze Zeit.
(Sie legt das Pergament in den Schrank und drückt ihn zu.)
Die Tage schreiten vor, und ahnungsvoller
Bewegen sich nun Freud' und Schmerz heran.