Hofmeisterin.
Ich zweifle nicht, du hast es selbst erraten.
Auf nächste Hoheit deutet sie gewiss.
Den Schmuck der Fürstentochter bringt man dir,
Weil dich der König bald berufen wird.
Eugenie.
Wie kannst du das vermuten?
Hofmeisterin.
Weiß ich's doch!
Geheimnisse der Großen sind belauscht.
Eugenie.
Und wenn du's weißt, was soll ich dir's verbergen?
Soll ich die Neugier, dies Geschenk zu sehn,
Vor dir umsonst bezähmen!—Hab' ich doch
Den Schlüssel hier!—Der Vater zwar verbot's.
Doch was verbot er? Das Geheimnis nicht
Unzeitig zu entdecken; doch dir ist
Es schon entdeckt. Du kannst nicht mehr erfahren,
Als du schon weißt, und schweigst nun, mir zuliebe.
Was zaudern wir? Komm, lass uns öffnen! Komm,
Dass uns der Gaben hoher Glanz entzücke.
Hofmeisterin.
Halt ein! Gedenke des Verbots! Wer weiß,
Warum der Herzog weislich so befohlen?
Eugenie.
Mit Sinn befahl er, zum bestimmten Zweck;
Der ist vereitelt; alles weißt du schon.
Du liebst mich, bist verschwiegen, zuverlässig.
Lass uns das Zimmer schließen! Das Geheime
Lass uns sogleich vertraulich untersuchen.
(Sie schließt die Zimmertüre und eilt gegen den Schrank.)
Hofmeisterin (sie abhaltend).
Der prächt'gen Stoffe Gold und Farbenglanz,
Der Perlen Milde, der Juwelen Strahl
Bleib' im Verborgnen! Ach, sie reizen dich
Zu jenem Ziel unwiderstehlich auf.
Eugenie.
Was sie bedeuten, ist das Reizende.
(Sie öffnet den Schrank, an der Türe zeigen sich Spiegel.)