Hofmeisterin.
Die rohe Menge hast du nie gekannt,
Sie starrt und staunt und zaudert, lässt geschehn;
Und regt sie sich, so endet ohne Glück,
Was ohne Plan zufällig sie begonnen.

Eugenie.
Den Glauben wirst du mir mit kaltem Wort
Nicht, wie mein Glück mit frecher Tag, zerstören.
Dort unten hoff' ich Leben, aus dem Leben,
Dort, wo die Masse, tätig strömend, wogt,
Wo jedes Herz, mit wenigem befriedigt,
Für holdes Mitleid gern sich öffnen mag.
Du hältst mich nicht zurück! Ich rufe laut,
Wie furchtbar mich Gefahr und Not bedrängen,
Ins wühlende Gemisch mich stürzend, aus.

Fünfter Aufzug
(Platz am Hafen.)

Erster Auftritt
Eugenie. Hofmeisterin.

Eugenie.
Mit welchen Ketten führst du mich zurück?
Gehorch! Ich wider Willen diesmal auch!
Fluchwürdige Gewalt der Stimme, die
Mich einst so glatt zur Folgsamkeit gewöhnte,
Die meines ersten bildsamen Gefühls
Im ganzen Umfang sich bemeisterte!
Du warst es, der ich dieser Worte Sinn
Zuerst verdanke, dieser Sprache Kraft
Und künstliche Verknüpfung; diese Welt
Hab' ich aus deinem Munde, ja, mein eignes Herz.
Nun brauchst du diesen Zauber gegen mich,
Du fesselst mich, du schleppst mich hin und wider,
Mein Geist verwirrt sich, mein Gefühl ermattet,
Und zu den Toten sehn' ich mich hinab.

Hofmeisterin.
O hätte diese Zauberkraft gewirkt,
Von jenen hohen Plänen abzustehn.

Eugenie.
Du ahntest solch ungeheures Übel
Und warntest nicht den allzu sichern Mut?

Hofmeisterin.
Wohl durft' ich warnen, aber leise nur;
Die ausgesprochne Silbe trug den Tod.

Eugenie.
Und hinter deinem Schweigen lag Verbannung!
Ein Todeswort, willkommner war es mir.

Hofmeisterin.
Dies Unglück, vorgesehen oder nicht,
Hat mich und dich in gleiches Netz verschlungen.