Hofmeisterin.
Geb' ich auf solchem Weg ihr das Geleit,
So zeigt es Liebe, Muttersorgfalt an.

Gouverneur.
Verzeiht, geschätzte Frauen, wenn ein Mann,
Der, jung an Jahren, manches in der Welt
Gesehn und überlegt, im Augenblick,
Da er euch sieht und hört, bedenklich stutzt.
Vertrauen scheint ihr beide zu verdienen,
Und ihr misstraut einander beide selbst,
So scheint es wenigstens. Wie soll ich nun
Des wunderbaren Knotens Rätselschlinge,
Die euch umstrickt, zu lösen übernehmen?

Eugenie.
Wenn du mich hören willst, vertrau' ich mehr.

Hofmeisterin.
Auch ich vermöchte manches zu erklären.

Gouverneur.
Dass uns mit Fabeln oft ein Fremder täuscht,
Muss auch der Wahrheit schaden, wenn wir sie
In abenteuerlicher Hülle sehn.

Eugenie.
Misstraust du mir, so bin ich ohne Hilfe.

Gouverneur.
Und traut' ich auch, ist doch zu helfen schwer.

Eugenie.
Nur zu den Meinen sende mich zurück.

Gouverneur.
Verlorne Kinder aufzunehmen, gar
Entwendete, verstoßne zu beschützen,
Bringt wenig Dank dem wohl gesinnten Mann.
Um Gut und Erbe wird sogleich ein Streit,
Um die Person, ob sie die rechte sei,
Gehässig aufgeregt, und wenn Verwandte
Ums Mein und dein gefühllos hadern, trifft
Den Fremden, der sich eingemischt, der Hass
Von beiden Teilen, und nicht selten gar,
Weil ihm der strengere Beweis nicht glückt,
Steht er zuletzt auch vor Gericht beschämt.
Verzeih mir also, wenn ich nicht sogleich
Mit Hoffnung dein Gesuch erwidern kann.

Eugenie.
Ziemt eine solche Furcht dem edlen Mann,
Wohin soll sich ein Unterdrückter wenden?