Gouverneur.
Doch wenigstens entschuldigst du gewiss
Im Augenblick, wo ein Geschäft mich ruft,
Wenn ich auf morgen frühe dich hinein
In meine Wohnung lade, dort genauer
Das Schicksal zu erfahren, das dich drängt.

Eugenie.
Mit Freuden werd' ich kommen. Nimm voraus
Den lauten Dank für meine Rettung an!

Hofmeisterin (die ihm ein Papier überreicht).
Wenn wir auf deine Ladung nicht erscheinen,
So ist dies Blatt Entschuldigung genug.

Gouverneur (der es aufmerksam eine Weile angesehn,
es zurückgebend).
So kann ich freilich nur beglückte Fahrt,
Ergebung ins Geschick und Hoffnung wünschen.

Dritter Auftritt
Eugenie. Hofmeisterin.

Eugenie.
Ist dies der Talisman, mit dem du mich
Entführst, gefangen hältst, der alle Guten,
Die sich zu Hilfe mir bewegen, lähmt?
Lass mich es ansehn, dieses Todesblatt!
Mein Elend kenn' ich, nun, so lass mich auch,
Wer es verhängen konnte, lass mich's wissen.

Hofmeisterin (die das Blatt offen darzeigt).
Hier! Sieh herein.

Eugenie (sich weg wendend).
Entsetzliches Gefühl!
Und überlebt' ich's, wenn des Vaters Name,
Des Königs Name mir entgegen blitzte?
Noch ist die Täuschung möglich, dass verwegen
Ein Kronbeamter die Gewalt missbraucht
Und, meinem Bruder frönend, mich verletzt.
Da bin ich noch zu retten. Eben dies
Will ich erfahren! Zeige her!

Hofmeisterin (wie oben).
Du siehst's!

Eugenie (wie oben).
Der Mut verlässt mich! Nein, ich wag' es nicht.
Sei's, wie es will, ich bin verloren, bin
Aus allem Vorteil dieser Welt gestoßen;
Entsag' ich denn auf ewig dieser Welt!
O dies vergönnst du mir! Du willst es ja,
Die Feinde wollen meinen Tod, sie wollen
Mich lebend eingescharrt. Vergönne mir,
Der Kirche mich zu nähern, die begierig
So manch unschuldig Opfer schon verschlang.
Hier ist der Tempel; diese Pforte führt
Zu stillem Jammer, wie zu stillem Glück.
Lass diesen Schritt mich ins Verborgne tun!
Was mich daselbst erwartet, sei mein Los.