König (näher tretend).
Hat sich die wackre Reiterin erholt?
Hast sie sich nicht beschädigt?

Herzog.
Nein, mein König!
Und was noch übrig ist von Schreck und Weh,
Nimmst du, o Herr, durch deinen milden Blick,
Durch deiner Worte sanften Ton hinweg.

König.
Und wem gehört es an, das liebe Kind?

Herzog (nach einer Pause).
Da du mich fragst, so darf ich dir bekennen;
Da du gebietest, darf ich sie vor dich
Als meine Tochter stellen.

König.
Deine Tochter?
So hat für dich das Glück, mein lieber Oheim,
Unendlich mehr als das Gesetz getan.

Eugenie.
Wohl muss ich fragen, ob ich wirklich denn
Aus jener tödlichen Betäubung mich
Ins Leben wieder aufgerafft? Und ob,
Was mir begegnet, nicht ein Traumbild sei?
Mein Vater nennt vor seinem Könige
Mich seine Tochter. O, so bin ich's auch!
Der Oheim eines Königes bekennt
Mich für sein Kind, so bin ich denn die Nichte
Des großen Königs. O verzeihe mir
Die Majestät! Wenn aus geheimnisvollem,
Verborgnem Zustand ich, ans Licht auf einmal
Hervor gerissen und geblendet, mich,
Unsicher, schwankend, nicht zu fassen weiß.

(Sie wirft sich vor dem König nieder.)

König.
Mag diese Stellung die Ergebenheit
In dein Geschick von Jugend auf bezeichnen,
Die Demut, deren unbequeme Pflicht
Du, deiner höheren Geburt bewusst,
So manches Jahr im Stillen ausgeübt!
Doch sei auch nun, wenn ich von meinen Füßen
Zu meinem Herzen dich herauf gehoben,

(Er hebt sie auf und drückt sie sanft an sich.)

Wenn ich des Oheims heil'gen Vaterkuss
Auf dieser Stirne schönen Raum gedrückt,
So sei dies auch ein Zeichen, sei ein Siegel,
Dich, die Verwandte, hab' ich anerkannt
Und werde bald, was hier geheim geschah,
Vor meines Hofes Augen wiederholen.