MARTHE.
Das muß Sie nicht der Mutter sagen;
Tät’s wieder gleich zur Beichte tragen.
MARGARETE.
Ach seh Sie nur! ach schau Sie nur!
MARTHE (putzt sie auf).
O du glücksel’ge Kreatur!
MARGARETE.
Darf mich, leider, nicht auf der Gassen
Noch in der Kirche mit sehen lassen.
MARTHE.
Komm du nur oft zu mir herüber,
Und leg den Schmuck hier heimlich an;
Spazier ein Stündchen lang dem Spiegelglas vorüber,
Wir haben unsre Freude dran;
Und dann gibt’s einen Anlaß, gibt’s ein Fest,
Wo man’s so nach und nach den Leuten sehen läßt.
Ein Kettchen erst, die Perle dann ins Ohr;
Die Mutter sieht’s wohl nicht, man macht ihr auch was vor.
MARGARETE.
Wer konnte nur die beiden Kästchen bringen?
Es geht nicht zu mit rechten Dingen!
(Es klopft.)
Ach Gott! mag das meine Mutter sein?
MARTHE (durchs Vorhängel guckend).
Es ist ein fremder Herr—Herein!
(Mephistopheles tritt auf.)
MEPHISTOPHELES.
Bin so frei, grad hereinzutreten,
Muß bei den Frauen Verzeihn erbeten.
(Tritt ehrerbietig vor Margareten zurück.)