MEPHISTOPHELES.
Ihr wäret wert, gleich in die Eh zu treten.
Ihr seid ein liebenswürdig Kind.
MARGARETE.
Ach nein, das geht jetzt noch nicht an.
MEPHISTOPHELES.
Ist’s nicht ein Mann, sei’s derweil ein Galan.
’s ist eine der größten Himmelsgaben,
So ein lieb Ding im Arm zu haben.
MARGARETE.
Das ist des Landes nicht der Brauch.
MEPHISTOPHELES.
Brauch oder nicht! Es gibt sich auch.
MARTHE.
Erzählt mir doch!
MEPHISTOPHELES.
Ich stand an seinem Sterbebette,
Es war was besser als von Mist,
Von halbgefaultem Stroh; allein er starb als Christ
Und fand, daß er weit mehr noch auf der Zeche hätte.
“Wie”, rief er, “muß ich mich von Grund aus hassen,
So mein Gewerb, mein Weib so zu verlassen!
Ach, die Erinnrung tötet mich
Vergäb sie mir nur noch in diesem Leben!”
MARTHE (weinend).
Der gute Mann! ich hab ihm längst vergeben.
MEPHISTOPHELES.
“Allein, weiß Gott! sie war mehr schuld als ich.”
MARTHE.
Das lügt er! Was! am Rand des Grabs zu lügen!