MEPHISTOPHELES.
So hört die traurige Geschicht!
MARGARETE.
Ich möchte drum mein’ Tag’ nicht lieben,
Würde mich Verlust zu Tode betrüben.
MEPHISTOPHELES.
Freud muß Leid, Leid muß Freude haben.
MARTHE.
Erzählt mir seines Lebens Schluß!
MEPHISTOPHELES.
Er liegt in Padua begraben
Beim heiligen Antonius
An einer wohlgeweihten Stätte
Zum ewig kühlen Ruhebette.
MARTHE.
Habt Ihr sonst nichts an mich zu bringen?
MEPHISTOPHELES.
Ja, eine Bitte, groß und schwer.
Laß Sie doch ja für ihn dreihundert Messen singen!
Im übrigen sind meine Taschen leer.
MARTHE.
Was! nicht ein Schaustück? kein Geschmeid?
Was jeder Handwerksbursch im Grund des Säckels spart,
Zum Angedenken aufbewahrt,
Und lieber hungert, lieber bettelt!
MEPHISTOPHELES.
Madam, es tut mir herzlich leid;
Allein er hat sein Geld wahrhaftig nicht verzettelt.
Auch er bereute seine Fehler sehr,
Ja, und bejammerte sein Unglück noch viel mehr.
MARGARETE.
Ach! daß die Menschen so unglücklich sind!
Gewiß, ich will für ihn manch Requiem noch beten.