47.
Goethe an Kestner.

acc. W. 20. Januar 73.

Wir sind eben von Tisch aufgestanden und mir fällt ein euch eine gesegnete Mahlzeit zu wünschen, und eine Zeitung zu schicken, dass ihr sehet wie das geworden ist. Das Publikum hier meynt der Ton habe sich nicht sehr geändert.

Adieu lieber, grüsse mir die liebe Lotte und Lengen. und die Bubens ich bin immer der eurige. Fragt Lotten ob sie mein Portrait annehmen wollte, es ist zwar nicht gemacht, aber wenns gemacht wäre. Adieu. Grüsst mir die Dorthel auch. Da habt ihr euren Jerusalem.[18]

48.
Goethe an Kestner.

acc. Wetzl. d. 27. Jan. 73.

So seegn euch Gott lieber Kestner, wenn ihr auch meiner gedenket, um meinetwillen. Ich binn so gewohnt Briefe von euch zu haben dass mirs wohl unfreundlich ist wenn ich von Tische aufsteh und kein Brief da ist.

Lotten sagt: ein gewisses Mädgen hier das ich von Herzen lieb habe und das ich wenn ich zu heurathen hätte gewiß vor allen andern griffe ist auch den 11. Januar[19] gebohren. Wäre wohl hübsch so zwey Paare. Wer weis was Gottes Wille ist.