Schon entrunzelt sich jedes Gesicht; die Furchen der Mühe,
Sorgen und Armuth fliehn, Glückliche glaubt man zu sehn.
Dir erweicht sich der Schiffer, und klopft dir die Wange; der Seckel
Thut sich dir kärglich zwar, aber er thut sich doch auf,
Und der Bewohner Venedigs entfaltet den Mantel, und reicht dir,
Eben als flehtest du laut bey den Mirakeln Antons,
Bey des Herrn fünf Wunden, dem Herzen der seligsten Jungfrau,
Bey der feurigen Qual, welche die Seelen durchfegt.
Jeder kleine Knabe, der Schiffer, der Höke, der Bettler
Drängt sich, und freut sich bey dir, daß er ein Kind ist, wie du.

XLVI.

Dichten ist ein lustig Metier; nur find' ich es theuer:
Wie dies Büchlein mir wächst, gehn die Zechinen mir fort.

XLVII.

"Welch ein Wahnsinn ergriff die Müßigen? Hältst du nicht inne?
Wird dies Mädchen ein Buch? Stimme was Klügeres an!"
Wartet, ich singe die Könige bald, die Großen der Erde,
Wenn ich ihr Handwerk einst besser begreife, wie jetzt.
Doch Bettinnen sing' ich indeß; denn Gaukler und Dichter
Sind gar nahe verwandt, suchen und finden sich gern.

XLVIII.

Böcke, zur Linken mit euch! so ordnet künftig der Richter:
Und ihr Schäfchen, ihr sollt ruhig zur Rechten mir stehn!
Wohl! Doch eines ist noch von ihm zu hoffen; dann sagt er:
Seyd, Vernünftige, mir grad' gegenüber gestellt!

XLIX.

Wißt ihr, wie ich gewiß zu Hunderten euch Epigramme
Fertige? Führet mich nur weit von der Liebsten hinweg!

L.