Seyd ihr ein Fremder, mein Herr? bewohnt ihr Venedig? so fragten
Zwey Lacerten die mich in die Spelunke gelockt.
Rathet! - Ihr seyd ein Franzos! ein Napolitaner! Sie schwatzten
Hin und wieder und schnell schlürften sie Kaffe hinein.
Thun wir etwas! Sagte die Schönste, sie setzte die Tasse
Nieder, ich fühlte sogleich ihre geschäftige Hand.
Sacht ergriff ich und hielte sie fest; da streckte die zweyte
Zierliche Fingerchen aus und ich verwehrt es auch ihr.
Ach! es ist ein Fremder! so riefen sie beyde; sie scherzten
Baten Geschencke sich aus, die ich doch sparsam verlieh.
Drauf bezeichneten sie mir die entferntere Wohnung
Und zu dem wärmeren Spiel spätere Stunden der Nacht.
Kannten diese Geschöpfe sogleich den Fremden am Weigern,
O so wißt ihr warum blaß der Venetier schleicht.
CXLI.
Gieb mir statt "Der <Schwanz>" ein ander Wort o Priapus
Denn ich Deutscher ich bin übel als Dichter geplagt.
Griechisch nennt ich dich Phallos, das klänge doch prächtig den Ohren,
Und lateinisch ist auch Mentula leidlich ein Wort.
Mentula käme von Mens, der <Schwanz> ist etwas von hinten,
Und nach hinten war mir niemals ein froher Genuß.
CXLII.
Camper der iüngere trug in Rom die Lehre des Vaters
Von den Thieren uns vor wie die Natur sie erschuf,
Bäuche nahm und gab, dann Hälse, Pfoten und Schwänze.
Alles gebrochenes Deutsch so wie geerbter Begriff.
Endlich sagt' er: "Vierfüßiges Thier wir haben's vollendet
Und es bleibet uns nur, Freunde, das Vöglen zurück!"
Armer Camper du hast ihn gebüst den Irrthum der Sprache,
Denn acht Tage darnach lagst du und schlucktest Merkur.
CXLIII.
Knaben liebt ich wohl auch, doch lieber sind mir die Mädchen,
Hab ich als Mädchen sie satt, dient sie als Knabe mir noch.
CXLIV.
Köstliche Ringe besitz ich! Gegrabne fürtreffliche Steine
Hoher Gedanken und Styls fasset ein lauteres Gold.
Theurer bezahlt man die Ringe geschmückt mit feurigen Steinen,
Blinken hast du sie oft über dem Spieltisch gesehn.
Aber ein Ringelchen kenn ich, das hat sich anders gewaschen,
Das Hans Carvel einmal traurig im Alter besas.
Unklug schob er den kleinsten der zehen Finger ins Ringchen,
Nur der größte gehört, würdig, der eilfte, hinein.