Soll ich von Smaragden reden,
Die dein Finger niedlich zeigt?
Manchmal ist ein Wort von nöten,
Oft ist's besser, daß man schweigt.

Also sag ich, daß die Farbe
Grün und augerquicklich sei!
Sage nicht, daß Schmerz und Narbe
Zu befürchten nah dabei!

Immerhin! du magst es lesen!
Warum übst du solche Macht!
"So gefährlich ist dein Wesen
Als erquicklich der Smaragd."

Liebchen, ach! im starren Bande
Zwängen sich die freien Lieder,
Die im reinen Himmelslande
Munter flogen hin und wider.
Allem ist die Zeit verderblich,
Sie erhalten sich allein!
Jede Zeile soll unsterblich,
Ewig wie die Liebe sein.

Schlechter Trost

Mitternachts weint und schluchzt ich,
Weil ich dein entbehrte.
Da kamen Nachtgespenster
Und ich schämte mich.
"Nachtgespenster", sagt ich,
"Schluchzend und weinend
Findet ihr mich, dem ihr sonst
Schlafende vorüberzogt.
Große Güter vermiß ich.
Denkt nicht schlimmer von mir,
Den ihr sonst weise nanntet,
Großes übel betrifft ihn!"—
Und die Nachtgespenster
Mit langen Gesichtern
Zogen vorbei,
Ob ich weise oder törig,
Völlig unbekümmert.

Genügsam

"Wie irrig wähntest du,
Aus Liebe gehöre das Mädchen dir zu.
Das könnte mich nun garnicht freuen,
Sie versteht sich auf Schmeicheleien."

Dichter

Ich bin zufrieden, daß ich's habe!
Mir diene zur Entschuldigung:
Liebe ist freiwillige Gabe,
Schmeichelei Huldigung.