Was heißt denn Reichtum?—Eine wärmende Sonne,
Genießt sie der Bettler, wie wir sie genießen!
Es möge doch keinen der Reichen verdrießen
Des Bettlers im Eigensinn selige Wonne!
Dschelal-eddin Rumi spricht
Verweilst du in der Welt, sie flieht als Traum,
Du reisest, ein Geschick bestimmt den Raum;
Nicht Hitze, Kälte nicht vermagst du festzuhalten,
Und was dir blüht, sogleich wird es veralten.
Suleika spricht
Der Spiegel sagt mir: ich bin schön
Ihr sagt: zu altern, sei auch mein Geschick.
Vor Gott muß alles ewig stehn;
In mir liebt ihn für diesen Augenblick!
Buch des Unmuts
Rendsch Nameh: Buch des Unmuts
Wo hast du das genommen?
"Wo hast du das genommen?
Wie konnt es zu dir kommen?
Wie aus dem Lebensplunder
Erwarbst du diesen Zunder,
Der Funken letzte Gluten
Von frischem zu ermuten?"
Euch mög' es nicht bedünkeln,
Es sei gemeines Fünkeln:
Auf ungemeßner Ferne,
Im Ozean der Sterne,
Mich hatt ich nicht verloren;
Ich war wie neu geboren.
Von weißer Schafe Wogen
Die Hügel überzogen,
Umsorgt von ernsten Hirten,
Die gern und schmal bewirten,
So ruhig-liebe Leute,
Daß jeder mich erfreute.