Dümmer ist nichts zu ertragen,
Als wenn Dumme sagen den Weisen,
Daß sie sich in großen Tagen
Sollten bescheidentlich erweisen.

Wenn Gott so schlechter Nachbar wäre,
Als ich bin und als du bist,
Wir hätten beide wenig Ehre;
Der läßt einen jeden, wie er ist.

Gestehts! die Dichter des Orients
Sind größer als wir des Occidents.
Worin wir sie aber völlig erreichen,
Das ist im Haß auf unsresgleichen.

überall will jeder obenauf sein,
Wie's eben in der Welt so geht,
Jeder sollte freilich grob sein,
Aber nur in dem, was er versteht.

Verschon uns, Gott, mit deinem Grimme!
Zaunkönige gewinnen Stimme.

Will der Neid sich doch zerreißen,
Laß ihn seinen Hunger speisen.

Sich im Respekt zu erhalten,
Muß man recht borstig sein.
Alles jagt man mit Falken,
Nur nicht das wilde Schwein.

Was hilft's dem Pfaffenorden,
Der mir den Weg verrannt?
Was nicht gerade erfaßt worden,
Wird auch schief nicht erkannt.

Einen Helden mit Lust preisen und nennen
Wird jeder, der selbst als Kühner stritt.
Des Menschen Wert kann niemand erkennen,
Der nicht selbst Hitze und Kälte litt.

Gutes tu' rein aus des Guten Liebe!
Was du tust, verbleibt dir nicht;
Und wenn es auch dir verblieben
Bleibt es deinen Kindern nicht.