"Du wirst doch nicht glauben, daß ich so etwas mit dem Geißlein mache", sagte der Moni ganz entrüstet. Er zog das Mäggerli zu sich und hielt es fest, als müßte er es schützen.
"Um das Geißlein mußt du dich nicht mehr lange sorgen", fing Jörgli wieder an, "das kommt nicht mehr hier herauf."
"Was? Was? Was sagst du, Jörgli?" fuhr Moni auf.
"Pah, weißt du's denn nicht? Der Wirt will es nicht aufziehen, es ist ihm zu schwach, es wird nie eine kräftige Geiß. Er hat es meinem Vater verkaufen wollen, aber der wollte es auch nicht. Nun will es der Wirt nächste Woche schlachten, und dann kauft er unseren Scheck dort."
Moni war vor Schrecken ganz weiß geworden. Erst konnte er kein Wort sagen, aber jetzt jammerte er laut und rief:
"Nein, nein, das dürfen sie nicht tun, Mäggerli, das dürfen sie nicht tun. Sie dürfen dich nicht schlachten, das kann ich nicht ertragen. Oh, ich will lieber gleich mit dir sterben. Nein, das kann ja nicht sein!"
"Tu doch nicht so", sagte Jörgli ärgerlich und zog den Moni in die Höhe, der sich in seinem Jammer mit dem Gesicht zu Boden geworfen hatte. "Steh doch auf, du weißt ja, daß das Geißlein nun einmal dem Wirt gehört und er damit machen darf, was er will. Denk doch nicht mehr dran! Komm ich weiß noch etwas: Sieh! Sieh!" Dann hielt Jörgli dem Moni die eine Hand hin, und mit der anderen deckte er den Gegenstand fast zu, den Moni bewundern sollte. Es funkelte aber ganz wunderbar aus der Hand heraus, denn die Sonne blitzte eben dort hinein.
"Was ist's?" fragte Moni, als es eben wieder aufblitzte, von einem
Sonnenstrahl beleuchtet.
"Rat!"
"Ein Ring?"