“Nichts”, erwiderte This halblaut und vor Angst zitternd.
“Komm nur heraus. Du brauchst dich nicht zu fürchten, wenn du nichts Böses getan hast. Vor wem verbirgst du dich denn? Hast du dich etwa mit deinen Käsfischen da hineingeflüchtet, daß du sie in Ruhe verzehren kannst?”
“Nein, ich habe keine Käsfische gehabt”, sagte This ängstlich.
“Nicht? Und warum denn nicht?” fragte der Senn in einer Weise, wie sonst nie ein Mensch mit dem This redete. Nun erwachte in seinem Herzen etwas, das er bisher nicht gekannt hatte—das Zutrauen zu einem Menschen.
“Sie haben mich auf die Seite gestoßen”, erwiderte er nun und stand hinter den buschigen Zweigen auf.
“So, jetzt kann man dich doch sehen”, fuhr der Senn freundlich fort, “komm noch ein wenig näher. Und warum wehrst du dich denn nicht, wenn sie dich wegstoßen? Es stößt ja immer einer den anderen, aber zuletzt kommt doch jeder an die Reihe, warum nur du nicht?”
“Sie sind stärker”, sagte der This so überzeugend, daß diese Erklärung wohl auch dem Franz Anton einleuchtete. Erst jetzt konnte dieser den Buben recht sehen. This stand vor dem breiten, großen Franz Anton wie ein dünnes Stöcklein vor einer hohen Tanne. Der kräftige Mann betrachtete einen Augenblick das schmale Figürchen, an dem tatsächlich fast nur Haut und Knochen zu sehen waren. Aus dem mageren Gesicht schauten die zwei Augen dann und wann noch ziemlich scheu zu ihm auf.
“Wem gehörst du?” fragte er jetzt den Buben.
“Niemand”, gab This zur Antwort.
“Pah, du wirst doch irgendwo daheim sein? Wo wohnst du denn?”