Am Montag, als das Trini unter den Bäumen des Goldäpfelhofes schon eifrig bei seiner Arbeit war, trat der Vetter bei der alten Käthe ein. Jetzt hatte sie keinen Schrecken mehr. Sie sagte ihm, wo das Kind bei der Arbeit sei und daß es dort bleiben werde. Aber so schnell ließ sich der Vetter nicht von seinem Plan abbringen, denn er hatte fest vor, das Kind mitzunehmen. Er lief gleich zum Vormund und sagte ihm, daß das Kind in der Fabrik viel mehr verdienen könne als bei der Bäuerin. Aber der Vormund lächelte nur schlau, denn die Goldäpfelbäuerin war auch bei ihm gewesen. Sie wußte schon, was sie zu tun hatte, wenn sie das Kind behalten wollte. Er sagte, wenn das Kind fort sei, sorge niemand für die alte Frau. Solange es aber bei der Bäuerin sei, wären sie beide versorgt und könnten ohne fremde Hilfe gut leben. Und so sei beschlossen worden, daß das Kind bei der Bäuerin bleibe.

Dem Trini geht es mit jedem Tag besser auf dem Goldäpfelhof. Jetzt kennt es schon alle Arbeit, und die Bäuerin mag das flinke, immer frohe Trini so gern, als wäre es ihr eigenes Kind. Die Großmutter sorgt auch dafür, daß das Kind nie vergaß, wer zu ihm redet, wenn es ertragen soll, was weh tut. Denn sie weiß wohl, wie es zu dem guten Platz bei der Bäuerin gekommen ist.

Ende dieses Projekt Gutenberg Etextes Was die Großmutter gelehrt hat, von Johanna Spyri.