“Ich will dir schon helfen”, sagte Chäppi, schnappte das Brot vom Tisch weg und wollte abbeißen. Es flog aber in die Luft, denn der Hans hatte von unten herauf Chäppis Hand einen tüchtigen Stoß gegeben, damit ihm die Beute entfalle und er sie erwische. In dem Augenblick aber huschte der Rudi schnell auf den Boden und haschte den Fang weg. Jetzt stürzten die beiden Größeren auf ihn, und einer fiel über den anderen her. Und nun gab es ein Schlagen und Raufen und Lärmen und Heulen, daß es dem Wiseli angst und bange wurde.
Der Vater öffnete wieder die Küchentür und rief: “Was ist los?”
Da schrien die drei Buben am Boden alle durcheinander.
“Das Wiseli wollte nichts!”
“Das Wiseli hatte keinen Hunger!”
“Weil das Wiseli keins wollte!”
Da rief der Vater noch lauter: “Wenn das nicht aufhört da drinnen, so will ich mit dem Lederriemen kommen!” Dann schlug er die Tür wieder zu. Das ‘da drinnen’; hörte aber noch nicht auf, sondern als die Tür zu war, ging’s erst recht los. Denn der Hans hatte entdeckt, daß es das wirksamste Mittel sei, den Feind zu erschrecken, ihm in die Haare zu fahren, was die anderen sogleich auch begriffen. Und so rissen sie nun alle drei jeder mit beiden Händen an den Haaren eines anderen und schrien dazu fürchterlich.
In der Küche saß die Tante auf einem Schemel und schälte Kartoffeln.
Als ihr Mann die Stubentür wieder geschlossen hatte, fragte sie:
“Was hast du mit dem Kind vor? Warum hast du es gleich mit
heimgenommen?”
“Es wird, denke ich, bei jemandem sein müssen. Ich bin der Patenonkel und andere Verwandte hat es keine mehr. Und du kannst es ja schon brauchen. Das Wiseli kann dir im Haushalt helfen. Du sagst ja immer, die Buben machen dir viel Arbeit.”
“Das wird eine schöne Hilfe sein. Du kannst ja hören, wie es zugeht drinnen in der ersten Viertelstunde schon, daß es da ist.”