“Ich habe es aber so gern getan”, gab Wiseli zur Antwort.
“Nein, nein, das mußt du nicht sagen, Wiseli. So etwas kann kein
Mensch auf der Welt gern tun”, sagte Otto überzeugt.
“Doch—gewiß”, versicherte Wiseli, “ich habe die ganze Zeitlang mich immer auf den Abend gefreut, wenn ich es wieder tun durfte, und während ich aufräumte, habe ich mich erst recht immerzu gefreut, weil ich immer gedacht habe: jetzt kommt der Otto und findet alles fertig und ist froh.”
“Aber wie bist du denn darauf gekommen, daß du das für mich tun wolltest?” fragte Otto verwundert.
“Ich wußte schon, daß du es nicht gern tust, und ich habe schon immer gedacht, wenn ich nur einmal dem Otto etwas geben könnte, wie du mir den Schlitten, weißt du noch? Aber ich hatte nie etwas.”
“Das ist viel mehr wert, als einen Schlitten leihen, was du für mich jetzt getan hast. Das will ich dir auch nicht vergessen, Wiseli.” Und Otto gab ihm ganz gerührt die Hand. Wiselis Augen leuchteten vor Freude wie lange nicht mehr. Aber nun wollte Otto noch wissen, wie es denn wieder in die Stube hineingekommen sei, da er doch gewartet hatte, bis alle Kinder draußen waren.
“Oh, ich bin gar nicht hinausgegangen”, sagte Wiseli. “Ich verbarg mich schnell hinter dem Kasten, ich dachte, du gehst schon noch ein wenig hinaus wie jeden Tag vorher.”
“Aber wie konntest du immer hinaus, ohne daß ich dich sah?” wollte
Otto noch wissen.
“Wenn du mit den anderen herumliefst, konnte ich schon hinaus. Ich paßte schon auf. Und gestern und heute, als ich nicht sicher war, ging ich durch die Stube des Lehrers und fragte die Frau Lehrerin, ob sie etwas für mich zu tun habe, sie gibt mir manchmal einen Auftrag auszurichten, und dann ging ich durch die Küche fort. Gestern war ich gerade hinter der Küchentür, als du in die Schulstube ranntest.”
Jetzt kannte Otto die ganze Geistergeschichte. Er gab dem Wiseli noch einmal die Hand. “Danke, Wiseli”, sagte er herzlich. Und dann lief eins da hinaus, das andere dort hinaus, und beide waren froh und zufrieden.