»Emmi, sei einen Augenblick still, ich komme dann auch zu dir«, sagte wehrend die Tante. »Nun, Oskar, sag einmal den Vers, so können wir sehen, ob er so schön ist.«
»So heißt er:
›Freiheit, Gleichheit, Brüderschaft,
Liederklang und Rebensaft!‹«
berichtete Oskar weiter.
»Ist das alles?« fragte die Tante.
Oskar bejahte.
»Das wird nun jedenfalls nicht auf die Fahne brodiert«, versicherte die Tante. »Sag du dem Feklitus, es sei ja nicht einmal ein Zeitwort in dem Satz, den könne man nicht brauchen, er solle nur den Herrn Lehrer fragen. Und weißt du was, Oskar, wenn der Feklitus durchaus einen geistigen Beitrag zu dem Feste liefern will, so fordere du ihn auf, die Festrede zu halten.«
Das war ein herrlicher Gedanke! Oskar ergriff ihn mit großem Enthusiasmus. Eine Festrede! Daran hatte er noch gar nicht gedacht. Gleich schoß er auf und davon, denn noch heute Abend mußte er die Mitteilung machen und alles in Gang bringen.
»Nicht wahr, Tante, nicht wahr?« wiederholte Emmi dringend ein Mal ums andere, nun Oskar fort war und sie Gehör finden konnte.
»Ich weiß nicht recht, was du mir sagtest, ich konnte nicht auf beiden Seiten zugleich hören«, erwiderte jetzt die Tante. »Was meintest du eigentlich, Emmi?«