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INHALTSVERZEICHNIS

Seite

Vorwort

[V]

Inhalt

[VII]

Abkürzungen

[XII]

[Einleitung]

1.

Die Eigenart der experimentellen Psychologie

[1]

2.

Die geschichtliche Entwicklung der experimentellen Psychologie

[2]

3.

Gegenstand und Aufgabe der experimentellen Psychologie

[6]

4.

Quellen und Methoden der experimentellen Psychologie

[10]

5.

Überblick über die verschiedenen Zweige der experimentellen Psychologie

[15]

I. Buch.
[Psychische Elemente und elementare Verbindungen]

Erster Abschnitt: [Die Empfindungen]

1.

Kap. Die Empfindung im allgemeinen

[16]

2.

Kap. [Die höheren Empfindungen]

A.

[Die Gesichtsempfindungen]

1.

Qualitative Betrachtung der Gesichtsempfindungen

[20]

2.

Die Beziehung der Farbenempfindung zu den äußeren Reizen

[23]

3.

Die Gesetze der Farbenmischung

[25]

4.

Der Simultankontrast

[27]

5.

Die Umstimmung der Netzhaut

[29]

6.

Die zeitlichen Verhältnisse der Lichtwirkung

[30]

7.

Die örtlichen Verhältnisse der Lichtwirkung

[31]

8.

Die Farbenblindheiten

[32]

9.

Die Theorie des Hell- und Dunkelsehens. Duplizitätstheorie

[33]

10.

Theorien des Farbensehens

[35]

B.

[Die Gehörempfindungen]

1.

Qualitative Betrachtung der Gehörempfindungen

[38]

2.

Die Beziehung der Tonempfindungen zu den äußeren Reizen

[42]

3.

Die Theorie der Gehörempfindung

[45]

3.

Kap. [Die niederen Empfindungen]

A.

[Die Geschmacksempfindungen]

1.

Qualitative Betrachtung der Geschmacksempfindungen

[48]

2.

Reize und Organe des Geschmacksinnes

[50]

B.

Die Geruchsempfindungen

[51]

C.

Die Temperaturempfindungen

[53]

D.

Die Druckempfindung

[56]

E.

Die Schmerzempfindung

[57]

F.

Die Organempfindungen

[59]

G.

Die statischen Empfindungen

[60]

H.

Die kinästhetischen Empfindungen

[63]

4.

Kap. Das Gesetz der spezifischen Sinnesenergie

[66]

5.

Kap. [Die Psychophysik]

1.

Aufgaben und Methoden der Psychophysik

[69]

2.

Das Webersche und das Fechnersche Gesetz

[72]

Zweiter Abschnitt: [Empfindungskomplexe]

1.

Kap. [Die gleichzeitigen Tonverbindungen]

1.

Die Tatsache der Tonverschmelzung

[76]

2.

Gesetze der Tonverschmelzung

[77]

3.

Die Erklärung der Konsonanz

[78]

2.

Kap. Die optischen Raumeindrücke

[79]

A.

[Der optische Eindruck der Fläche]

1.

Das Flächenelement. Nativismus und Empirismus

[80]

2.

Der blinde Fleck

[83]

3.

Die kleinsten unterscheidbaren Raumgrößen in der Fläche

[83]

4.

Unvollkommenheiten des Einauges

[84]

B.

[Die Erfassung der drei Dimensionen durch das Einauge]

1.

Das Aufrechtsehen und die horizontale Ordnung

[85]

2.

Das Tiefensehen

[87]

C.

[Das Sehen mit beiden Augen]

1.

Doppeltsehen und Einfachsehen

[89]

2.

Die Sehrichtung des Doppelauges

[91]

3.

Das Tiefensehen mit zwei Augen

[92]

4.

Der Ursprung der binokularen Tiefenwahrnehmung

[94]

3.

Kap. [Empfindungskomplexe des Tastsinnes]

1.

Der Raumsinn der Haut

[96]

2.

Der Tastraum der Blinden

[97]

3.

Theorie des Tastraumes

[99]

Dritter Abschnitt: Die absoluten Vorstellungen

[102]

Vierter Abschnitt: Verbindung der Vorstellungen mit Empfindungen und Empfindungskomplexen

[107]

1.

Die Synästhesien

[107]

2.

Erscheinungsweisen der Farben

[108]

3.

Die Sehgröße

[110]

4.

[Die nicht-optische Raumanschauung des Sehenden]

a)

Ortssinn und Lagewahrnehmung

[112]

b)

Die Raumlokalisation im allgemeinen

[115]

Fünfter Abschnitt: [Elementare Denkfunktionen]

1.

Die Beziehungserkenntnis

[117]

2.

Das aktive Beziehen

[119]

3.

Die Abstraktion

[121]

Sechster Abschnitt: [Die Verbindung der Beziehungsfunktion mit den Empfindungskomplexen]

1.

Kap. Die Gestaltwahrnehmung

[123]

2.

Kap. Die Zeitwahrnehmung

[125]

3.

Kap. Die Bewegungswahrnehmung

[131]

Siebter Abschnitt: [Elementare Gefühle]

1.

Abgrenzung der elementaren oder sinnlichen Gefühle

[137]

2.

Die Eigenart der sinnlichen Gefühle

[138]

3.

Die Gefühlsdimensionen und -qualitäten

[139]

4.

Die Beziehungen zwischen Empfindung und Gefühl

[141]

5.

Verbindung und Lösung der Gefühle

[142]

6.

Die physiologischen Begleiterscheinungen der Gefühle

[144]

7.

Theorie der sinnlichen Gefühle

[145]

Achter Abschnitt: Das elementare Wollen

[147]

1.

Überblick über die verschiedenen Willenstheorien

[147]

2.

Die experimentelle Untersuchung des Willens

[148]

3.

Das elementare Wollen nach den experimentellen Ergebnissen

[149]

II. Buch.
[Die Vorstellungserneuerung als Grundlage der höheren psychischen Leistungen]

Erster Abschnitt: Die allgemeinen Gesetze der Vorstellungserneuerung

[152]

Zweiter Abschnitt: Die Assoziation als Grundlage der Reproduktion

[158]

1.

Kap. [Gehirn und Bewußtsein]

1.

Das Nervensystem

[159]

2.

Die Zuordnung einzelner Gehirnteile zu psychischen Funktionen

[160]

2.

Kap. [Die Untersuchung besonderer Assoziationsgesetze]

1.

Die Methodik der Assoziationsforschung

[163]

2.

[Hauptergebnisse der Assoziationsforschung]

a)

Die Beziehungen zwischen der Zahl der Wiederholungen und der Assoziationsstärke

[165]

b)

Einfluß des Lernstoffes

[167]

c)

Die Gesetzmäßigkeiten des Vergessens

[168]

d)

Die Bedeutung des allgemeinen psychischen Verhaltens

[169]

e)

Nebenassoziationen

[169]

3.

Kap. [Ausdehnung der Betrachtung auf das Gesamtbewußtsein]

1.

Die Konstellation

[170]

a)

Die Hilfen

[171]

b)

Die Hemmungen

[171]

2.

Die Komplexbildung

[172]

III. Buch.
[Die höheren seelischen Leistungen des Einzelnen]

Erster Abschnitt: [Die höheren Erkenntnisleistungen]

1.

Kap. Die Vergleichung

[176]

2.

Kap. Die Dingerfassung

[179]

3.

Kap. Wahrnehmung und Vorstellung

[180]

4.

Kap. Begriffe und Kategorien

[183]

5.

Kap. Die Gewißheit

[187]

6.

Kap. Das schlußfolgernde Denken

[189]

7.

Kap. Das produktive Denken

[193]

8.

Kap. [Urteil, Annahme und Frage]

1.

Das Urteil

[196]

2.

Die Annahme

[199]

3.

Die Frage

[200]

9.

Kap. [Die höheren Gedächtnisleistungen]

1.

Erinnerung und Wiedererkennen

[201]

2.

Erinnerungstäuschungen

[204]

3.

Die Aussage

[207]

10.

Kap. Das Ichbewußtsein

[208]

Zweiter Abschnitt: [Die höheren Gefühle]

1.

Eigenart der höheren Gefühle

[214]

2.

Theorie und Einteilung der höheren Gefühle

[215]

3.

Bemerkenswerte Arten der Gefühle

[218]

4.

Gesetzmäßigkeiten des Gefühlslebens

[222]

5.

Die Beziehungen des Gefühls zu anderen Funktionen

[224]

Dritter Abschnitt: [Das Willensleben]

1.

Kap. Die Vorbereitung des Willensaktes

[226]

1.

Das Wesen des Motives

[226]

2.

Einteilung der Motive

[227]

3.

Vorbedingungen für die Wirksamkeit von Motiven

[228]

2.

Kap. [Die unmittelbaren Wirkungen des Willensaktes]

1.

Die determinierenden Tendenzen

[229]

2.

Das Gesetz der speziellen Determination

[232]

3.

Die Messung der Willenskraft. Das assoziative Äquivalent

[233]

3.

Kap. [Die Willenshandlung als Folge des Willensaktes]

1.

Die äußere Willenshandlung

[236]

2.

[Die innere Willenshandlung]

a)

Die Aufmerksamkeitsbewegung

[241]

1.

Begriff und Arten der Aufmerksamkeit

[242]

2.

Eigenschaften der Aufmerksamkeit

[243]

3.

Die Bedingungen der Aufmerksamkeit

[246]

4.

Die Wirkungen der Aufmerksamkeit

[247]

5.

Die Theorie der Aufmerksamkeit

[248]

a)

Die bisherigen Theorien

[248]

b)

Die genetische Aufmerksamkeitstheorie

[249]

b)

Die Vorstellungsbewegung

[253]

1.

Die gebundene Vorstellungsbewegung

[254]

2.

[Die freie Vorstellungsbewegung. Die Phantasie]

a)

Die Gestaltung der freien Vorstellungsbewegung

[255]

b)

Freie Vorstellungsbewegung und Phantasie

[256]

IV. Buch.
[Die von der Gemeinschaft beeinflußten seelischen Leistungen]

Erster Abschnitt: [Die Sprache]

1.

Die Leistungen der Sprache

[261]

2.

Die Entstehung der Sprache

[262]

3.

Die Sprachentwicklung

[264]

Zweiter Abschnitt: [Die Sitte]

1.

Gebräuche

[267]

2.

Die Konstanz der Kultur

[268]

3.

Recht und Sittlichkeit

[269]

Dritter Abschnitt: Die Kunst

[272]

1.

Das Schöne

[272]

2.

Der ästhetische Eindruck

[272]

3.

Die Entstehung und Entwicklung der Kunst

[275]

Vierter Abschnitt: Die Religion

[277]

1.

Der Gottesglaube

[277]

2.

Das Gebet

[279]

3.

Religiöse Entwicklungen

[280]

V. Buch.
[Ausnahmezustände der Seele]

Erster Abschnitt: Der Schlaf

[282]

Zweiter Abschnitt: Der Traum

[287]

Dritter Abschnitt: Die Hypnose

[294]

Namenregister

[299]

Sachregister

[300]

ABKÜRZUNGEN

APs: Archiv für die gesamte Psychologie.
CgEPs: Bericht über den ... Kongreß für experimentelle Psychologie.
FPs: Fortschritte der Psychologie
ZaPs: Zeitschrift für angewandte Psychologie.
ZPaPs: Zeitschrift für Pathopsychologie.
ZPs: Zeitschrift für Psychologie.

Einleitung

1. Die Eigenart der experimentellen Psychologie

In diesem Buche wird von seelischen Vorkommnissen die Rede sein: wie wir die Farben sehen und die Töne hören; wie unsere Phantasie arbeitet; wie das Gedächtnis seine Schätze gewinnt und verliert; wie sich unser Gemüt regt; wie das menschliche Denken von Erkenntnis zu Erkenntnis vordringt und unser Wille seine Ziele verfolgt. Solche und ähnliche Vorgänge zu beobachten, sie im einzelnen kennen zu lernen und ihre Gesetzmäßigkeiten zu entdecken, das ist, allgemein gesprochen, die Forscheraufgabe des Experimentalpsychologen. Anders lauten die Fragen, die sich der Philosoph über das Seelische stellt: Woher stammen die seelischen Vorkommnisse? Was ist die Seele? Ist die Seele geistig, unsterblich, mit Freiheit begabt? Wie verhalten sich Leib und Seele? Der charakteristische Unterschied zwischen den Interessen des Philosophen und des Experimentalpsychologen springt in die Augen. Dieser schaut auf die seelischen Einzeltatsachen, auf das Wie der psychischen Erscheinungen. Der Philosoph hingegen bemüht sich um ihre letzten Gründe: die Seele als Urgrund der Bewußtseinserscheinungen ist sein eigentlicher Forschungsgegenstand.

Der verschiedene Gesichtspunkt, von dem aus beide das nämliche Seelenleben betrachten, bedingt die Entstehung zweier verschiedener Wissenschaften. Weil aber der Experimentalpsychologe sich um Einzeltatsachen kümmert, weil er nicht nach letzten Gründen und allgemeinsten Gesetzen fragt, darum kann seine Wissenschaft nicht als Philosophie gelten. Sie steht aber im engsten Zusammenhang mit der philosophischen Psychologie. Der Experimentalpsychologe muß wenigstens einen Teil seiner Aufgabe gelöst haben, ehe der Philosoph die seinige auch nur beginnen kann; wenigstens einige Einzeltatsachen des Seelenlebens müssen festgestellt, beobachtet und beschrieben sein, ehe sich Schlüsse auf die letzten Ursachen solcher Tatsachen ziehen lassen. Und noch vor jeder genaueren Kenntnis beider Wissenschaften darf man vermuten, daß die Schlußfolgerungen des Philosophen um so mannigfacher und sicherer sein werden, je mehr Tatsachenmaterial der Experimentalpsychologe zutage gefördert hat. Die experimentelle Psychologie ist somit eine unentbehrliche Hilfswissenschaft der Philosophie.

Mit dieser vorläufigen Bestimmung ist auch schon die Eigenart der Experimentalpsychologie kundgetan: sie muß ihrer ganzen Natur nach darauf ausgehen, mit möglichst großer Sicherheit und in reichster Fülle seelische Tatsachen festzustellen. Es stehen ihr zu dieser Aufgabe, wie wir später noch im einzelnen sehen werden, mancherlei Methoden zu Gebote. Von der idealsten dieser Methoden, dem Experiment, hat sie ihren Namen erhalten. Diese Bezeichnung ist freilich ein Notbehelf; denn nicht alle Probleme unserer Wissenschaft können durch das Experiment gelöst werden. Gleichwohl sagt man besser experimentelle als empirische Psychologie, da auch die philosophische Psychologie empirisch sein muß; auch sie hat von Tatsachen auszugehen, wenn anders sie eine wissenschaftliche Psychologie sein will.