„Laß mich, Liebling! . . . Schlaf!“

Frau Vogt weinte wieder jeden Tag, trotzdem der Mann fort war. Sie lag im Fenster und sah die Straße hinab. Sie stopfte fleißig Socken, flickte die zerrissenen Hemden des Gerichtsvollziehers und besserte seine alten Anzüge aus.

Kurt fing die Briefe ab, die von ihm an sie, regelmäßig jeden zweiten Tag, kamen.

Doch eines Tages war der Vater wieder da. Kurt glotzte

ihn groß an. Herr Vogt aber schmiß seinen Sohn zum Bett hinaus, fluchend. Er war wieder betrunken und sah aus wie ein Strolch.

Die Mutter wollte ein gutes Wort einlegen, da schlug er auch sie.

Sie heulte.

Die Großmutter aber kam wieder aus ihrem Verschlag hervorgekrochen.

Da umarmte der Gerichtsvollzieher seine Frau und küßte sie. Die bärtigen Wangen rollten dicke Tränen herab, die, wie Perlen gereiht, an seinem strohigen Schnurrbart hängen blieben.

Die kommende Nacht schlich Kurt vor das Zimmer der Eltern mit dem Küchenbeil. Kein Licht brannte mehr. Er wollte sie beide töten.