Musik stieg in Spiralen.
Er sann: „Es gibt zwei Welten. Die eine heißt: K. Akademieprofessor Crispin Adolf Ritter von Beermann, Kapellmeister Maximilian Stössinger, grüne Sportmütze und „Hochhoch!“, entfalteter Kavalleriemantel, Richard Wagner, Bauchherr, Familie Lüttich. Die andere aber: Jagdgehilfe, Maronimädchen, Feuerschein bei Nacht, die späte Nachhausekehr im Morgen, die Zerstürzte . . . Nie werden die beiden zueinander kommen. Der mittelnde Geist aber sei verdammt! Er werde gesteinigt! Man kreuzige ihn! . . . Zwei Welten. Aber es ist schon viel getan, wenn ein jeder zu der seinen kommt . . .“
Breit prallte das Orchester gegen die vier Wände; die Spiegel zitterten, die Aufsätze klirrten, die Tassen auf den Tischen . . . prallte zurück, prallte wider, wider.
Die Instrumente stiegen herab, Flöte, Violine, Cello, Zymbal.
„Sie sind eine aufgelegte Lügnerin, Sie Violine. Sie sind eine ganz gemeine Flöte.“
„Wie meinen Sie?“ machte die Flöte, sah von unten auf, blähte die Pausbacken.
Er war mißtrauisch geworden. Man hatte ihn täuschen wollen. Offenbar. Er aber hatte die Schwindlerin entlarvt.
Da rauschte es grün auf. Kühl wie aus unermeßlichen Waldgründen kam es. Und sentimental:
„Länder, wohin unser Fuß nie tritt.“
Und sie saß nur zwei Tische von ihm: ragend, strahlend (die grüne Pleureuse wippte), und neben ihr — den kannte er — ein Stadtreisender, kahlgeschoren, im Gehrock, schlank, elegant, dünnen Strohbart aufgedreht, Arme in die Hüften gestemmt. Er gab sich gern als Korpsstudenten aus, trug Bierzipfel, dreifarbenes Band.