| Wassergehalt. | Ungetrocknet. | Getrocknet. | ||
| Föhrenholz | 16,1 | Proc. | 4,13 | 5,11 |
| Ellernholz | 14,7 | „ | 3,84 | 4,67 |
| Birke | 12,3 | „ | 3,72 | 4,39 |
| Eiche | 18,7 | „ | 3,54 | 4,60 |
| Rothbuche | 22,2 | „ | 3,39 | 4,63 |
| Weissbuche | 12,5 | „ | 3,62 | 4,28 |
D. h. 1 Kilogr. Föhrenholz mit 16,1 Proc. Wasser verdampft 4,13 Kilogr. Wasser.
Holzkohlen.
Die Holzkohlen. Es ist ein allgemeines Kennzeichen der organischen Verbindungen, dass dieselben unter dem Einfluss der Wärme sich zersetzen und dabei Kohlenstoff als Kohle ausscheiden. Wird die Erhitzung des Holzes in einem abgesperrten sauerstoffleeren Raum ausgeführt und ist zu gleicher Zeit die Vorkehrung getroffen, dass die gas- und dampfförmigen Produkte entweichen können, wird überhaupt das Holz der trocknen Destillation unterworfen, so bleibt ein Theil des Kohlenstoffs als Holzkohle zurück. Werden die flüchtigen Produkte aufgefangen, so findet man gasförmige, aus Kohlensäure, Kohlenoxyd und Grubengas bestehend, und condensirbare Körper, welche letztere nach der Verdichtung ein gelblich oder braun gefärbtes Oel bilden, unter welchem eine wässerige Flüssigkeit sich befindet. Die wässerige Flüssigkeit besteht aus unreiner Essigsäure (Holzessig; vergl. Seite [550]) und einer alkoholischen Flüssigkeit, dem Holzgeiste (vergl. Seite [553]); die ölige Flüssigkeit, der Holztheer, besteht aus einer Anzahl flüssiger und fester Körper, unter denen das Paraffin, das Kreosot (oxyphensaures Methyl), die Oxyphensäure und die Carbolsäuren (d. i. die eigentliche Carbolsäure, die Kresylsäure und die Phlorylsäure) und mehrere flüssige Kohlenwasserstoffe hervorzuheben sind. Alle diese Stoffe sind brennbar.
Folgendes Schema (vergl. Seite [551]) zeigt die hauptsächlichsten, bei der trocknen Destillation des Holzes sich bildenden Produkte:
| α) Leuchtgas | Acetylen | Kohlenoxyd | |||||||
| Elayl | Kohlensäure | ||||||||
| Benzol | Methylwasserstoff | ||||||||
| Naphtalin (?) | Wasserstoffgas | ||||||||
| β) Theer | Benzol | Oxyphensäure | |||||||
| Holz | a) Holzmasse | Naphtalin (?) | Kresylsäure | ||||||
| b) Hygroskop. Wasser | Paraffin | Phlorylsäure | |||||||
| Reten | Brandharze | ||||||||
| Carbolsäure | Kreosot | ||||||||
| γ) Holzessig | Essigsäure | Aceton | |||||||
| Propionsäure | Holzgeist | ||||||||
| δ) Holzkohle | |||||||||
Zweck der Verkohlung.
Der gewöhnliche Zweck der Verkohlung des Holzes besteht darin, die in demselben enthaltenen Brennstoffe zu concentriren, sie durch bedeutende Verminderung des Gewichts und des Volumens transportabler zu machen und dadurch ihren Markt zu erweitern, die Holzpreise zu steigern, einige für gewisse technische Anwendungen nachtheilige Eigenschaften des Holzes zu entfernen oder endlich auch Kohle zu anderer Benutzung als der gewöhnlichen zu erlangen, z. B. zur Pulverfabrikation. In allen diesen Fällen wird die Kohle als Hauptprodukt der Verkohlung angesehen. Bei der Theerschwelerei ist es vorzüglich auf die Gewinnung von Theer abgesehen und die dabei sich ergebende Kohle erscheint mehr nur als ein Nebenerzeugnis. Bei der Holzgasfabrikation werden endlich durch die Verkohlung nicht blos Holz und Theer, sondern auch die dabei sich entwickelnden brennbaren und leuchtenden Gase gewonnen und in einer Weise zur Entwickelung von Licht und Wärme benutzt, dass jedenfalls jene nicht als Hauptsache erscheinen. Die Verkohlung des Holzes im Walde kann entweder in regelmässigen auf verschiedene Weise aufgebauten Haufen, den Meilern und den Haufen, in beiden Fällen unter beweglicher Decke, oder unter unbeweglicher Decke in Gruben und Meileröfen vor sich gehen.
Meilerverkohlung.
Unter einem Meiler versteht man einen aus grösseren Holzstücken zusammengeschichteten Haufen, welcher mit einer Decke von Erde oder Kohlenlösche (Kohlenstaub mit Erde gemengt) versehen ist. Die Holzscheite werden entweder fast senkrecht gegen die Axe des Meilers geneigt, oder man legt sie horizontal, in radialer Richtung von der Axe auslaufend. Im ersten Falle heisst ein Meiler ein stehender, im anderen Falle ein liegender Meiler. Die Axe des Meilers wird Quandel genannt.