Wie sich deine Brauen über deinen Augen wölben, ihr Schnitt, ihre Schwingung, der feine, weiße Bogen unter dem dunklen Apfel, dieser Glanz in diesem Rund und diese schimmernden Lichter in das Weiß hinein, diese Nasenflügel und ihr feines Beben, die sanften, runden Linien dieses Gesichtes mit dem milden Spiel von Rot und Weiß, das Gleiten und Biegen dieser Körperformen: das alles, alles spricht von einem bestimmten Schicksal, und dieses Schicksal ist eine lebendige Seele und hat dieses Fleisch, diese Glieder und ihr Verhältnis zueinander geschaffen. Dieses Schicksal aber, diese Seele lieb ich, lieb ich in Mitleid, in Staunen, in versinkender, anbetender, hingegebener Bewunderung …
Ich simuliere, wie ich dir den Hof mache.
Eine putzige Welt hat der liebe Gott um uns hergerichtet mit artigem Getier und Menschenvolk, zu unsrer Verlustierung sonderbarlichen Treibens beflissen.
Sie fischen und gärtnern, graben, pflügen und bauen Beete und Felder, feilschen und beklatschen sich, bekalkulieren Witterung und Ernte, essen, trinken und schlafen, rechnen sich über heute und morgen hin, schustern und schneidern, zimmern und schmieden, zeugen sich fort und sterben, sind gesund und krank, hassen und lieben sich, und alles ist eine artige, lustige Komödie.
Und Wälder, Felder und Fluren, weitgedehntes Land mit lautem und stillem, mit tausendbuntem Getier: kriechend, hüpfend, springend, laufend, flatternd und schwirrend, mit Blumen und Gräsern, mit tausend bunten Farben und Bewegungen, mit Leuchten, Glitzern und Flinkern ist um uns hergerichtet, uns, uns zur Lust: von dieser Welt bau ich dir träumerische, ausgelassene, viele, viele bunte Lieder in freien Weisen, wie sie mir so durch den Kopf schießen.
Alles, alles, ganz sollst du mich haben; denn das alles war und ist mein liebes, gepeinigtes, lauschendes und schaffendes Herz mit Lust und Leid, Elend und Glück, Haß und Liebe: ein Spiel nun alles, ein närrisches, lustiges Spiel, denn du, du bist in der Welt und in mir beschlossen und eine einzige Wonne, ein einziges, unermeßliches Glück. Und mit diesem ist für alles gesorgt, jetzt und immer und ewig …
Heute morgen schlenderten wir beide durch die Felder, schaukelten unsere zusammengefügten Hände, sahen uns in die Augen, lachten und waren still, ganz still.