Was ich hier träume und denke und dichte, das ist nicht mein Verdienst und nicht meine Schuld. Das ist das goldige flammende Rund da oben, das sind die Blumen, die mich umblühen, die Vögel, die mich singend umschweben, Halme und Laub, die mich umrauschen, die Menschen nah und fern, du.

Alles, alles ist dein Verdienst, und wie ich mit dir eins bin, so ist es erst auch meins.

Sind wir denn getrennt: du und ich?

Nicht hier, nicht jetzt. Jetzt, hier sind wir geeint in einem einzigen, weiten, stillen Frieden. Hier sind wir Blume und Baum und Gras, heller Himmel und goldiges Kornwogen, Farben und Vogellied, hier blühst und singst und leuchtest du in mir und ich in dir. Hier bin ich frei …


Wir beide, wir kennen Augenblicke, Stunden: wunderliche Augenblicke! Wunderliche Stunden!

Was peinigen wir uns mit harten, höhnenden Worten? Was quälst du mich? Was quäl ich dich?

Lirum larum! Ich weiß jetzt eine große, tröstende Weisheit!

Lust ist Qual, und Qual ist Lust, und es gibt und kann in alle Ewigkeit hinein nur eins geben: Liebe, Liebe, Liebe, dreimalheilige Liebe, wechselnd in zwei Gegensätzen und doch einzig, einig und allein Liebe, Liebe, Liebe …