Du warst die Kinder, die am Brunnen Ringelreihen spielten. Und wie sie sangen und jauchzten, ganz junger, seliger, helläugiger Wahn, da, einen Augenblick, hielt ich dich!

Aber hinter hundert törichten Masken verlor ich dich wieder.

Alt, runzlig, gebückt, niedergezwängt von stummen Qualen wanktest du an mir vorüber, verkrüppelt, häßlich, schmutzig. Du sahst mich an mit schielendem, ausweichendem Blick, mit feigem Haß. Stumpf, im Fron von tausend täglichen Hantierungen, in tausend Gestalten sah ich dich keuchen und gegen deine Sehnsucht ringen. Du schaltest, logst, stahlst, beschimpftest. Du verleumdetest, betrogst, weintest, lachtest, sangst und warst guter Dinge: und immer wolltest du dich um deine Sehnsucht betrügen. Deine Stimme war grell und roh, deine Gebärden rauh und widerwärtig, rauh deine Sprache. Und wieder sanft und mild und weich, und schwoll in köstlicher Fülle von deiner sehnenden Angst.

Hinter tausend dummen, törichten Masken wolltest du dich vor mir verbergen.

Warum?

Meinen Augen bleibst du nicht verborgen.

Tief und scharf sehen sie in dich hinein und sehen deine suchende hastende Angst und deinen Willen, der doch weiß, der ja doch weiß …

Ach, warum sind wir so feig, du und ich?

Warum bin ich so feig?