Eine Stelle fand ich heut in meinem Notizheft, die ich mir neulich einmal aus irgendeinem Drama ausgezogen hatte.
»Auf allgemeines Verlangen: es wäre ungeheuer angenehm,« sagte da einer, »wenn all dies Gewäsch von Freiheit und Ehre und Selbständigkeit und Sittlichkeit und Verantwortung und Berufensein und Wahrheit bald ein Ende hätte. Sehen Sie, wir werden ganz verrückt davon! – All die dicken Worte und feisten Redensarten!«
O ja! – Nun, ich lache auch über »all die dicken Worte und feisten Redensarten«. Denn hier bin ich gut im Sichern.
Das Kreisblättchen, das alle Wochen dreimal hierherkommt, ist ungefährlich. Und sonst …
»Weit! Weit
Liegt die Welt hinab,
Ein fernes Grab.
O holde Einsamkeit!
O süße Herzensfreudigkeit!«
Einsamkeit! Einsamkeit!
Ach, ich könnt es nur so herausjauchzen!
Nun leb ich erst! Das war’s, was ich brauchte, als ich hierherging! Nicht mich zerstreuen, nicht »erholen«: zu mir selbst kommen wollt ich.
Jahre überblick ich. Das Neue des Tages, der Zeit stürzte auf mich ein, von allen Seiten.
Es hat mich begeistert: es hat mich geängstigt und müd gemacht.