O du heilige, böse Natur! Du meine glückliche, unglückselige Liebe! Warum läßt du mich die Worte und klugen Maßstäbe vergessen? Weshalb bist du mir im »Kleinen« wie im »Großen«, im »Geringen« wie im »Bedeutenden« immer dieselbe, immer die gleiche, immer und überall und vor allem das große, süße, schauerliche, erhabene und lockende Problem? Längst bist du ja in säuberliche Grade und Werte verrubriziert. Daß du doch immer und überall so wunderbar bist und es mich vergessen läßt!

Dir ist es gleich: für mich ist es kein Spaß. Denn ich muß in der »talfriedlichen Enge der Menschen« wohnen. Ja, wenn man so vergeßliche Triebe hat!

O du lachendes, freudiges Morgenlicht!…

Und ich lache in die schöne Welt hinein und lache und lache …

Gut! Weg damit!

Die niedliche Hand aber, die mir mit so unschuldiger Andacht diese prätentiöse, mürrisch-mißvergnügte Zeitungsmißgeburt auf meinen Tisch gelegt hat, wird heut abend warm in meiner liegen. Heut abend. –

Und alles bleibt beim alten.

Trotz alledem und alledem …

[pg 33]

Einsamkeit