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Mit dieser, allerdings etwas flüchtigen Berücksichtigung einer gewiß nützlichen Menschensorte tret ich in mein Zimmer ein.

[pg 31] Ein lichtgrau tapezierter quadratischer Raum voll Sonne und Luft. Ein weißes Bett, ein Waschtisch, ein geblümtes Sofa mit einem weißen Hundefell davor, ein braun gebeiztes Regal mit ein paar Büchern und umständlichem Rauchutensil, ein paar Stühle, ein paar kolorierte Stiche à la Neuruppin, ein einziges, breites Fenster mit weißen Gardinen. Davor gerückt ein großer Tisch. Viel weißes Papier darauf im wirren Durcheinander und dazwischen ein Tintenfläschchen. Die Sonnenstrahlen huschen drüberhin und schillern in dem Wasserglas mit den vier »gloire de Dijon«. Und draußen ein wippender, schaukelnder, sattgrüner Laubtumult. Dahinter bläulich die Hügel.

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Nun?

Hier: feierlich, würdig, reserviert, mit einer gewissen Andacht hergelegt, ein Kreuzband. Richtig! Eine Zeitung! Na?

»Allen, die sich Menschheit, Leben und Poesie von Grund aus verekeln lassen wollen, sei dieses Buch bestens empfohlen. Es häuft Häßliches, Schmutziges und Niedriges bergehoch. Nichts als Schmutz, Elend und Verkommenheit, körperlich wie geistig. Ebenso wie jener schönfärbende, falsche Idealismus, welcher alles in erborgten Schimmer kleidet, ist ein Todfeind aller Poesie jene sogenannte Wahrheit, die alle Krankheiten, seien sie des Leibes oder der Seele, auf die Gestalten häuft und die Augen schließt, um nichts Lichtes zu sehen. Nur der Wechsel von Licht, Halblicht und Dunkel gibt den Schein der Körperlichkeit in Kunst und Leben« usw. usw.

[pg 32] »Schmutziges«? »Niedriges«? »Idealismus«? »Wahrheit?« »Halbdunkel«? »Schatten«? »Poesie«?

Ja, da haben wir ja wieder mal die Jacke gründlichst vollgekriegt!

Und wie viel kluge Worte der Mann hat! Daß doch der liebe Gott für so viele schöne, saubere Redensarten gesorgt hat!