Und so lieg ich und liege, in der Sonne, im Grün. Über mir die blaue Unendlichkeit, und unter und vor mir die weite, grüne, jubelnde Welt. Und die Gedanken schweifen, bis mich ein Grauen faßt, ein wonniges und drückendes Grauen, daß ich mit ihnen so allein bin, so allein hier oben in der stillen, rätselhaft raunenden Einsamkeit …
Und hinunter wieder, taumelnd, träumend, mit wankendem Fuß in die talfriedliche Enge der Menschen …
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Das erste Haus, eine kleine weißgetünchte Kate, an einen laubigen Hügel gelehnt, sich duckend zwischen aufgeschichtetem Birkenholz und Dünger, flachsköpfige Kinder in bunten Kittelchen vor dem schwarzen Türloch, knallrote Geranien und Fuchsien auf den grünen Fensterbrettern, macht mich wieder zum verständigen Menschen.
[pg 30] Ich bin sogar imstande, über die Gasse weg dem dicken Krämer einen »guten Morgen« zuzurufen, wie er in der Ladentür steht und in die Morgenluft hineinschnüffelt.
Nein, er dankt mir ganz normal! Es ist unmöglich, daß man mir so etwas wie den verrückten Engländer anmerkt. In so einem kleinen Klatschnest wäre das auch in mancher Hinsicht fatal.
Für alle Fälle ist es auskömmlicher, man merkt mir gar nichts an, gar nichts, so wenig wie möglich, wes Geistes Kind ich bin. Ganz kann ich mich sowieso nicht verleugnen, und ich weiß, daß mich dieser infame Tütchendreher mit Wonne bei meinen Einkäufen übervorteilt. Wer weiß, was für Lapsus ich mir sonst noch in meiner göttlichen Unbewußtheit zuschulden kommen lasse. –
Fidel pfeif ich mich die Gasse hinab und habe dabei so meinen Spaß, wie sich allerlei Gedankenwerk in meinem Schädel zusammenkreiselt. Sicher werd ich heute noch was zusammenleimen, was die ganze Morgenherrlichkeit wiederholt, kindlich, kindisch stammelnd, trotz aller Mühe und zerkautem Federhalterende.
Ach ja! –
Und dann wieder die Rezensenten im Winter. Wie sie mir alle meine Gebresten vorfingern werden. Da merkt man erst wieder mal, was für ein kapitaler Ignorant man ist … Ja, ja, die Rezensenten! –