Wenn ich den Kopf in das kleine, krause Rasengewirr lege und die Augen etwas zusammenkneife, wanken sie wie sturmbewegte, hohe Baumkronen gegen den blauen Himmel hin und her, hin und her. Wie ein Wald von wunderlichen Fabelbäumen.
Und die Hummeln mit dem schwarzsamtenen Leib und der braunsamtenen Verbrämung, eifrig von einem Kelch zum anderen. Und dann in die Luft hinein, in den sonnigen Morgen, hinunter in das Tal, taumelnd im zackigen Flug, in der Luft schwebend wie riesige Ungeheuer.
Vor mir eine Feldnelke. Wie ich sie betrachte, ragt sie hoch, hoch über eine einsame Feldscheune weit draußen am hügeligen Horizont und taucht mit ihrer glutroten Krone in den Himmel.
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Und ich atme auf, tief, einmal, wieder und wieder.
Ich stammle vor mir hin, alte, vertraute Laute. Und die fügen sich zu rhythmischem Tonfall, wie die Luft weht und [pg 29] stoßweise mir in die Ohren knattert, gleich flatterndem Seidenband; wie die Grashalme sich biegen und beugen, hin und her, hin und her; wie die Lerchen trillern in bestimmtem Rhythmus, der wiederkehrt und wiederkehrt, leiser, lauter, ferner, näher; wie der unaufhörliche Feldgesang der Insekten; wie die weiten Felder den Hang hinab fluten und fluten; immer, unersättlich in demselben Rhythmus. Und erstaunt lausch ich mir selbst.
Ich glaubte, ich könnte das nicht mehr.
Und wie ich lausche, ist es dieselbe alte, ewige Melodie. Immer dieselbe, unersättlich dieselbe. Fragend, sehnend, wild, beruhigt, angstvoll und glückgesättigt.
Die alte Weise. Das alte Lied.
In Ewigkeit wohl wird es gesungen werden …