Vor den ersten Häuserchen unten singen sie zu einer Ziehharmonika. Die dünnen Klänge verklingen über die Felder, über die nun weit, weit der Mond leuchtet.

Ah! Ich bin müde zum Umfallen!

Werd ich schlafen!…

Siesta

Ein Nichtstun ist mein Leben hier. So recht ein göttliches Nichtstun ohne Reue über verlorene, tote Stunden. Ich träume so hin, in innerster, stiller, unbewußter Fülle. So fühl ich, wie ich gedeihe; gedeihe wie der Baum in freier Luft, in der heiteren Sonne. Und nichts mag ich kennen, nichts außer diesem Gefühl.

Nachmittag ists. Ich sitze am Fenster und rauche meine Pfeife zu einer Tasse Kaffee. Beim Umrühren wirbelt sich das flinkernde Braun zusammen in unzähligen, perlmutterfarbenen Perlchen.

Der Goldrand der Tasse glitzert in der Sonne. Ein zarter Brodem zieht sich gegen das Fenster hin, an dem eine Fliege summt. Der Tabaksrauch verliert sich hinten in dem lichtdunstigen Zimmer. Vorm Fenster rankt sich das helle Weinlaub.

Zwei Kinder. Im blauen und roten Kleidchen, in safrangelben Strümpfen kommen sie die Gasse herab. Hand in [pg 48] Hand stolpern sie über das Pflaster. Sie haben die Stumpfnäschen in die Höhe gereckt und schwatzen laut ihren süßen Unsinn so vor sich hin in das goldige Mittagslicht hinein. Allmählich wiegt es mich ein. Ich dämmere so hinüber …

Kirchgang

Sonntag. Die liebe helle Sonne spielt hinten im Garten. Alles ist so blank. Der Hof unten sauber gefegt. Nirgends auch nur ein Strohhälmchen. Auf den blankgescheuerten Steinplatten vor der Hoftür ist weißer Sand gestreut. Die Hühner gackeln still auf dem hellen Pflaster umher.