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Der Dunst hoch oben am Himmel ist zergangen vor dem aufsteigenden Mond her, der nun goldig leuchtend über den hellen Feldern steht. Es ballt sich da oben zu weißen Wölkchen und dehnt sich hin zu milchigen, dünnen Streifen, zwischen denen Sterne flimmern.

Dort ein umgekippter Kohlenkarren, die eisernen Räder schief nach oben; das Mondlicht drauf mit stilleuchtenden Reflexen. Ich schreite hin und setze mich und blicke von hier über das mondlichte Land hin.

Und alles, was ich dachte und je gedacht habe, und alles, was ich litt und was mich freute: es wird ein einziges Empfinden, es verdichtet sich zu einem unaussprechlichen Gefühl, zu einer unsagbaren, stillheiteren, wonnigen Sehnsucht: einer wollüstigen Sehnsucht zu sterben …

Ich kenne sie. Ich kenne sie ganz genau. Willenlos nimmt sie mich hin.

Ein wunderbares Träumen und Sehnen, wer weiß wohin? Mir ist, als ob es mich hinnähme in rätselhafte Weiten.

Was ist es? Rausch? Lebendigstes Leben?

Glück! Glück! – Zuviel Glück! Ein böses, gefährliches Glück!…

Zuviel Glück: denn das Unsagbare benennen, es festzuhalten, es auskosten in flüchtigen Symbolen, ist allein erträgliches Glück und erträgliches Leid. Darin leben wir alle, wie wir sind, was wir sind …

[pg 47] Stimmen. Dunkle Gestalten gegen den hellen Himmel hin. Eine Schar Bergleute vom Schachthause her. Es ist mir wie eine Befreiung. Talabwärts geh ich ihnen nach zum Dorf hinunter.