Hier halt ich erste Versuche in den Händen, Gedichte. Wie unbehilflich die Form! Die Empfindung, die hervor will, sucht nach Halt und klammert sich an, da und dort, in ihrer rührenden Unfreiheit, wie sie noch im Leben umhertappt, ihrer selbst sicher zu werden.

Und doch eine so schöne Zeit! Wie lebendig mir das alles war!

Und da muß ich so denken, wie alles Spätere, so sachlich es sich auch gebärdete, im Grunde hier, in diesem Boden, seine stillen, tiefen Wurzeln hatte.

Alles, mögen sie’s benamsen, wie sie’s wollen, ist im Grunde doch ein Gedicht, Lyrik.

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Wie ein Abschließender komm ich mir vor hier über diesem vergilbten, bunt bekritzelten Papier und so oft während dieser herrlichen Tage. Freier, ruhiger seh ich in die Zukunft.

Eins weiß ich sicher. All die Stichworte und Redensarten, die mich lästig umschwirrten wie Mückenschwärme: sie sollen und werden mich nicht irremachen.

Mensch will ich sein, Mensch und vor allem Mensch! Leben will ich, leben und Leben erraffen; ganz zum Leben tüchtig werden! Nichts soll mir gelten, als mein eigener, freier Trieb! Fühlen will ich mit jeder Fiber und jedem Nerv, wie über den Tag weg und sein wirrendes Getriebe in [pg 81] Liebe, Haß und Leidenschaft die tausend Kräfte der Natur wunderbarlich durcheinander walten. –

Vorm Fenster fangen an die Spatzen zu zwitschern, und das Geriesel an den Scheiben verstummt.

Bündel zu! Weg mit dem papierenen Krempel!