Ich weiß nicht, wieviel der Modernismus davon in Zukunft wird beseitigen können: ganz frei von ihnen wird der Katholizismus nicht zu bekommen sein. Umsoweniger, als sich sein ethnischer Charakter ja lediglich durch die Bekräftigung der Hauptdogmen auch seinerseits bekräftigen muß! Denn diese Bekräftigung erstreckt sich ja überhaupt auf jede menschliche Religions- und Kultform deren ganzem Umfang nach. Da im übrigen jede Religionsform naturgemäß auf das engste dem sozialen, oder dem Rassebestand entspricht, der sie hervorbrachte oder der sich ihr anpaßte, so wird es alles in allem so stehen, daß die katholische Konfession sich mit den Rassenbeständen, denen sie entspricht, ruhig ausleben wird. –
Was die protestantische Konfession anbetrifft, so wird sie vor allem zu beachten haben, daß das Dogma von der Einheit Christi mit Gott endgültig fest bleibt, und daß dies gleichbedeutend damit ist, daß Jesus von Nazareth wirklich gelebt hat und der Christus gewesen ist! (Unsere heutigen Drews, die das in Abrede stellen wollen und eine gewisse radikale Richtung der liberalen Theologie stehen vollständig und ein für allemal im Unrecht!) Im übrigen aber wird sich der Protestantismus durch eine neue und endgültige Reformation von seinen letzten ethnischen Bestandteilen befreien. Und außerdem wird sein Gottesdienst immer mehr und endgültig den Charakter eines Kultus verlieren, statt dessen wird er jenen Charakter der Selbstversenkung der Gemeinde in das Wesen des Urhebers christlicher Religion und christlichen Prinzipes und damit in Gott, d. h. das absolute Individuum, annehmen, das vorhin angedeutet wurde. – Mit dieser Reformation des vorgeschrittensten christlichen Bekenntnisses wird christliche Religionsform zu ihrer letzten und endgültigen Vollendung gelangen. Sie wird die Religion der menschlichen Rassen sein, welche die Träger der künftigen Menschheitskultur sein werden.
Alle weitere Entwicklung von Religion kann nur jener dereinstigen über die heutigen menschlichen Rassen hinausgehenden Rasse entgegenführen, in deren Bezirk einstmals in einer noch fernen Zukunft das motorische Individuum entstehen wird, um die Entwicklung der Menschheit zeugerisch dem Unterbewußtsein entgegenzuführen. Diese Endgattung aller Entwicklung aber wird nicht mehr in solchen sozialen Formen leben, wie wir, sie wird die Begriffe eines Staates, einer Kirche und einer intellektuell fixierten Religionsform und Konfession nicht mehr kennen und bedürfen!
Aber das geht die Lösung der gegenwärtigen religiösen Krisis nichts an. Genug, daß wir unter allen Umständen um die einstmalige Existenz von Jesus und seiner Eigenschaft als Gottes wahrer und eingeborener Sohn endgültig nicht herumkönnen. –
Es versteht sich im übrigen von selbst, daß der konfessionelle Religionsunterricht aus der Schule nicht ausgeschaltet werden kann, so wenig wie die Kirche vom Staate abgetrennt werden kann! Aber, die Hauptsache: es wird sich ja um einen Religionsunterricht handeln, der nicht, wie heute noch, mit dem exaktwissenschaftlichen in Widerspruch steht, sondern um einen, der durch die Wissenschaft lediglich endgültig bestätigt wird, selbst als katholischer Religionsunterricht! Ein Umstand, der durchaus nicht außer Rücksicht gelassen werden darf! – Denn keine einzige christliche Konfession wird von der andern völlig ausgeschaltet werden! Vielmehr werden sie in friedlichem Gleichgewicht in Zukunft nebeneinander weiterbestehen; wenn auch naturgemäß jene am ersten sich selbst ausschalten wird, deren tragende Rassenbestände von der weiteren Entwicklung menschlicher Gattung am ersten abgetragen und resorbiert werden. – Das würde allerdings bereits heute den endgültigen zukünftigen »Sieg« einer vollkommen ihrem reinsten Prinzip nach ausgestalteten und reformierten protestantischen Konfession bedeuten! –
Druck von Gottfr. Pätz, Naumburg a. S.
OESTERHELD & Co.·VERLAG·BERLIN W 15
JOHANNES SCHLAF: