Herr Haberland, ohne von seinen Düten aufzusehen, mit einem teils ermunternden, teils erwartungsvollen Lächeln: „Nee!“...
„Nu, das war im fünfzehnten Jahrhundert...“
„Als wir vierzehnhundert schrieben?“
„Wohl! — Also da reiste ein würdiger Mann und Mufti, Gemal Eddin von Aden nach Adjam...“
„Nee, warten Se mal: Mufti?“
„Gott, irgend so ein mohammedanischer Bonze und Rechtsgelehrter...“
„Hm!“
„Also dieser Gemal Eddin war als eine berühmte Autorität von Adjams Kadi, respektive Amtsrichter, zitiert, in einer besonders verwickelten Rechtsangelegenheit sein Gutachten abzugeben. Die beiden Herrn sitzen nun nach Erledigung der pp Angelegenheit um die Zeit, da der Tag kühl wurde, im Schatten des Hofsäulenganges auf ihrem Teppich und rauchen ihren Tschibuk; der Springbrunnen plätschert, der blaue Rauch steigt gegen die Palmenkronen empor et cetera pp verstehen Sie. Da erscheint der pechrabenschwarze Mohr des Hauses und setzt ein dampfendes Getränk vor ihnen nieder. Der Kadi schmunzelt, kneift seine Äugelchen und weidet sich an dem Staunen seines Gastes, der mit verwunderten Blicken das tiefbraune zitternde Getränk betrachtet und mit weit und wohlig geöffneten Nüstern sein kostbares Aroma einsaugt ...“
„Also das erste Schälchen Heeßen, hähä!“
„Wohl! — Sozusagen das allererste und zweifelsohne first quality! oder eine Schale Kaweh oder Kawah, respektive Kaffee, Adjams nachmals so berühmt und beliebt, ja unentbehrlich gewordene Spezialität, die in Aufnahme gebracht zu haben, Gemal Eddins unsterbliches Verdienst. Denn dieser hochwürdige Mann Gottes brachte sie Adens Derwischen, denen sie bald zu einer unentbehrlichen Aufmunterung ihrer Gottseligkeit wurde. Und diese Derwische...“