„Na, mei Maischen?“
Herr Haberland hat sich mit seinem freundlichsten Gesicht zur Ladentischkante heruntergebeugt, an die sich ein paar kleine Patschpfoten klammern und über der ein Busch strohgelber Haare über zwei eifrigen Guckaugen sichtbar ist.
„Fer — fer — fer — fer — e — Groschen — Semmeln, un — un — un e Pfund Reis, un — un — un — Pompom?“
„Pompom“ ganz leise, das Fingerspitzchen am Munde, die Augen mit einem scheuen Seitenblick von unten ’rauf zu meiner Hochwohlgeboren hin gesprochen, halb Hoffnung, halb Resignation und doch Wagemut. Es bleibt Herrn Haberland überlassen dies „Pompom“ in der Einzahl oder der Mehrzahl zu nehmen. —
— „Dä, mei Puttaibchen!“
Das „Puttaibchen“ sockt, die Patschhand inbrünstig um seine „Pompoms“ gepreßt, ab.
Und nun wieder nur Herr Haberland in seiner müllergrauen Gewandung, in seiner grünen Schürze, mit den blitzenden Brillengläsern und der roten Schnurrbartraupe, blond, und flink auf seinen dünnen Beinchen mit dem Kleisterpinsel über das Dütenpapier hinhantierend; die Morgensonne, und vom Hofe her, durch das geöffnete Fenster hinten das Gackeln der Hühner, das Meckern von Madame Haberlands Hausziegen und ein lebhaftes Grunzduett aus dem Schweinekofen, wo Jette das erste Frühstück zu servieren scheint. — Und das Stillleben der braunen Kasten und Regale, die in ihrem ehrwürdigen Alter schon ein bißchen wurmstichig sind. Die weißen Zettelchen drauf. Die Fässer mit den Heringen, den sauren Gurken, dem Pflaumenmus, der grünen Seife. Die Posamentenecke mit ihren bunten Wollwickeln, den langen Zwirnsträhnen, den Knöpfen, Nadelpäckchen und Garnwickeln. Und so ein unbestimmter Mischgeruch von alledem, in den der Kaffee sein dämpfendes Aroma hineinwebt.
Meine Pfeife hat guten Zug; das macht mich gesprächig, und ich beschließe, inspiriert vom Duft des Kaffeesackes, Herrn Haberland etwas vorzurhapsodieren. Er liebt das außerordentlich, denn niemand kann mehr für Bildung sein als er. Und für das „Romantische“...
„Ja! — Nu, das wissen Sie, wer den Kaffee aufgebracht hat?“