Das Rosenfest.
Ach! Meine Moosrose ist aufgeblüht! — Über Nacht! — Meine Morgenüberraschung, wie ich aus der Kammer ins Zimmer trete.
Es ist ein trüber Tag, aber trocken. Nur die Wolken hängen so grau und schwer und ruhig. Ein beinahe winterliches Licht. — Im Ofen flackert das Feuer.
Aber wie ich mich nun, nach dem Mittagessen auf das Sofa gelegt und mir meine Cigarre angezündet habe und die Rose betrachte, ist es ein Fest, ein wahres Fest, das nichts von seiner erhebenden Wirkung einbüßt, weil es ein so stilles und einsames ist. — Man kommt dahinter, daß sie von der Art die besten sind. —
Schlank! Ein schöner schlanker Stock! — In diesem gleichmäßig ruhigen Licht, das im Zimmer herrscht. Zart und zierlich mit der reinlichen Form seiner dunkelgrünen Blätter. Und dieser feingezackte Rand! — Und vor allem die Blüte! — Schön wie ein Traum! — Diese eine Blüte mit ihrer gekräuselten Fülle, mit diesem herrlichen Gelb und seinen roten Tönungen nach dem Innern des Kelches zu. —
Die Rose!... Die Blume der schaumgeborenen Aphrodite, vom Blut des geliebten Adonis gefärbt.
Die heilige Blume der Musen und Grazien.
Die heilige Blume des Dionysos.