Die Nachtviolen.


Die gelben Studentennelken...

Richtig! Daß ich’s heut abend bei Leibe nicht versäume in den „goldenen Stern“ zu gehen! — Des Herrn Bürgermeister dicker Haussohn ist da, der im siebenten Semester utriusque juris beflissen ist und nächstens seinen Referendar „deichseln“ wird. — Ich werde mit an dem runden Stammtisch sitzen, im Kreis der Herren Honoratioren und mit dem Herrn cand. jur. „übers Kreuz“ und „aufs Speziellste sine Löffelung“ trinken und mir von ihm ein bißchen was vorrenommieren lassen.

Ich sehe schon seine kleinen, etwas stumpfsinnigen, wasserblauen Äugelchen, die in den runden Hängebacken verschwinden wollen, auf denen die drei prächtigen „Durchzieher“ wie drei Röslein glühen. Und höchstwahrscheinlich werde ich schändlicher Weise mit ihm und seinem Papa einen soliden Dauerskat „kloppen“...

Das sind hier so meine kleinen kleinstädtischen Herbstabendfreuden mit der stillen Behäbigkeit ihres Philistertums. Man raucht seine Cigarre und trinkt sich nach dem kostbaren Nichtsthun des lieben langen Tages dieser letzten Herbstsommerfrische „die nötige Bettschwere an“... Nun! —

Die gelben Studentenblumen...


Eins, zwei, drei... Eins, zwei, drei...

In der Scheune wird der Roggen ausgedroschen. Gegen den Hof hin sind die beiden Thorflügel weit geöffnet. Im staubwimmelnden Halblicht stehen in Hemdärmeln die drei Drescher und schwingen im Takt ihre Flegel. Auf den Speichern aber hantieren ihre Weiber, grellbunte Staubtücher um die Haare geknüpft, und werfen ihnen die frischen Garben zu. Draußen vor dem Thor giebt’s ein emsiges Durcheinander von Hühnern, Enten, Tauben und Spatzen.