Weißgraue Wolken treiben sich da drüben am Himmel umher, schleichen und schieben sich dicht über den fernen Rand der kahlen Felder hin, von denen der scharfe Rauch der ersten Kartoffelfeuer herüberweht. Bald werden sie sich zusammenschieben und ihr trübes gleichmäßiges Grau über den ganzen Himmel ziehen, aus dem der unaufhörliche Regen den ganzen Tag über herniedernäßt, wenn der letzte Apfel, die letzte Birne vorn in der Obstkammer liegt. Dann erlöschen diese letzten freundlichen Farben in ein schmutziges Braun der Verwesung in der feuchten Einsamkeit hier draußen! Und bald glitzern die feinen Sternchen des ersten Reifes.
Die Astern...
Die Nachtviolen...
Leise schwanken ihre lichtvioletten Dolden und taumeln in diesem sanften Lichtrausch auf ihren schwanken Stengeln, an denen sich Blatt an Blatt fiedert.
Es ist Abend. Einer dieser schönen, hellen Mondabende, die wir jetzt haben, und in denen sich’s immer noch hier draußen aushalten läßt.
Alles ist still. Über den Obstbäumen steht die Scheibe des zunehmenden Mondes, der nun bald voll sein wird. Alle Farben sind in seinem bleichen Lichte erblaßt. Nur das Schwarzbraun des Scheunendaches und das Schwarzgrün der Bäume mit dem blassen stillen Lichtschimmer, der in Flächen draufliegt, sich kraus über das Laub breitet.
Die Hunde kläffen, das Käuzchen ruft und der Nachtwächter tutet in sein Horn.
Die schlanken Stengel ragen ganz still, und auf ihnen geistern die Dolden und glimmen in einer blassen nebligen Farbe. In der tiefen Ruhe lauschen die alten Sagen und Kunkelmärchen mit blassen, irren Augen unterm Mond. — Dann kreist die Geisterlaterne zwischen dem Bergland um den Galgenhügel, und die Nachtluft geht wie mit Stimmen.